Teneriffa macht dicht: Kanaren-Insel verbietet Einreise für Urlauber

Coronavirus

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf Teneriffa hat sich in den vergangenen 30 Tagen mehr als verdoppelt – nun zieht die Kanareninsel die Reißleine. Die Regierung schränkt die Ein- und Ausreise ein.

Santa Cruz de Tenerife

17.12.2020, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Insel Teneriffa will laut eines Medienberichts keine Urlauber mehr einreisen lassen.

Die Insel will laut eines Medienberichts keine Urlauber mehr einreisen lassen. © picture alliance/dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf den Kanaren steigt: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt inzwischen über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die vergleichsweise hohen Infektionszahlen auf Teneriffa, die Insel weist inzwischen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 110 auf. Und das hat nun Konsequenzen – auch für geplante Reisen über Weihnachten und Silvester.

Der Präsident der kanarischen Regierung, Ángel Víctor Torres, hat am Mittwochabend Verschärfungen der Corona-Maßnahmen auf Teneriffa bekanntgegeben. Demnach sollen die Ein- und die Ausreise auf die Insel gemäß Paragraf 6 des Dekrets, mit dem der Alarmzustand ausgerufen wird, zwischen dem 19. Dezember und dem 1. Januar nur noch aus wichtigen Gründen erlaubt sein.

Dazu gehören unter anderem die Rückkehr an den Wohnsitz, der Besuch von Gesundheitszentren, Geschäftsreisen, die Betreuung von Familienangehörigen, Gerichtstermine oder offizielle Prüfungen. Demnach könnten Touristen also ohne Probleme ausreisen, die Reise für Urlauber auf die Insel wäre aber verboten.

Einreise und Aufreise auf Teneriffa bis Ende des Jahres eingeschränkt

Auch Kreuzfahrten wären betroffen, die Anläufe von Aida Cruises, Tui Cruises und Hapag Lloyd Cruises in Santa Cruz de Tenerife könnten laut demselben Paragrafen wohl nicht durchgeführt werden. Der Erlass zu den neuen Einreisebeschränkungen soll im kanarischen Amtsblatt (BOC) veröffentlicht werden, die verschärften Maßnahmen dann am 18. Dezember um 24 Uhr in Kraft treten.

Doch im Vorfeld sorgen Äußerungen der Regionalregierung für Verwirrung, die nun doch mögliche Ausnahmen für Touristen ins Spiel bringen: In einer nach der Pressekonferenz am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung heißt es, dass auch „nationale und ausländische Touristen, die vorhaben, ihre Ferien auf Teneriffa zu verbringen, von den Ausnahmen Gebrauch machen können, die in der gültigen Gesetzgebung über den Einlass in touristische Unterkünfte vorgesehen sind, wo ein negativer Coronatest vorgelegt werden muss.“

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Das könnte bedeuten, dass Urlauber weiterhin mit einem negativen Coronatest nach Teneriffa dürfen, wenn sie in eine touristische Unterkunft gehen, schreibt die „Fuerteventura Zeitung“. Allerdings sehe das Gesetz, das die Unterbringung in einer touristischen Unterkunft regelt, gar keine Ausnahmen für die Einreise vor. Die ursprüngliche Formulierung von Torres habe hingegen keinen Zweifel daran gelassen, dass auch touristisches Reisen nicht möglich sein würde.

Gleichzeitig sollen auch verschärfte Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten, zwischen 22 und 6 Uhr soll die eigene Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden dürfen – für Heiligabend und Silvester sind Ausnahmen vorgesehen, dann würde die Beschränkung ab 0.30 Uhr gelten.

Reisewarnung für die Kanaren könnte drohen

Wegen der hohen Corona-Zahlen könnte erneut auch eine Reisewarnung der deutschen Bundesregierung für die Kanarischen Inseln drohen, obwohl die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland wesentlich höher ist. Die kritische Marke von 50 gemeldeten Fällen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner wurde erstmals am 9. Dezember überschritten. Aktuell liegt der Wert bei durchschnittlich 61,9.

Neben Teneriffa ist die Inzidenz auch auf La Gomera mit 88,36 sehr hoch. Die übrigen Inseln liegen deutlich unter dem kritischen 50er-Wert: Fuerteventura hat eine Inzidenz von 9, Lanzarote von 16, Gran Canaria von 23, La Palma von 36 und El Hierro von 0 (aktuelle Infos, Stand: 15. Dezember).

RND

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