"The Bee" ist ein surreales Spiel über das Böse im Menschen

Ruhrfestspiele

In einer Gewaltorgie endet das surreal in Szene gesetzte Theaterstück "The Bee" und lässt sich als Parabel auf das monströse Böse im Menschen lesen. Nach der japanischen Uraufführung in Tokyo entstand 2006 die englische Variante, und die ist seit Montag bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen (mit deutscher Übertitelung) zu erleben.

RECKLINGHAUSEN

03.06.2014, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hideki Noda als Ido vor der Biene.

Hideki Noda als Ido vor der Biene.

Mit viel zu lauter Popmusik wird das Kleine Haus im Festspielhaus beschallt, als ein Mann in Anzug und mit Aktentasche auf die Bühne stürzt. Von Seilen wird der Geschäftsmann Ido gestoppt - Polizeiabsperrungen. In seinem Haus hält ein entflohener Mörder Frau und Sohn als Geiseln, um ein Wiedersehen mit seiner Ehefrau zu erzwingen. Reporter schwirren um Ido, fordern sendefähige Gefühle.

Tempo und Slapstick Das ist temporeich, slapstickmäßig und unterhaltsam inszeniert von Hideki Noda, der nicht nur den Ido spielt, sondern der Leiter des Tokyoer Theaters hat auch den Text verfasst und Regie geführt.

Das Schauspielertrio übernimmt in schnellen Wechseln die anderen Rollen. Mit Nerdbrillen geben sie die Medienmeute und ohne Sehhilfe die Polizisten.

Vergewaltigungen und Amputationen Dann ergreift Ido die Initiative, fleht die Ehefrau des Geiselnehmers auf Knien an, ihren Mann zu treffen. Sie lehnt ab, und als sich Ido wieder aufrichtet, wandelt er sich vom Opfer zum Täter. Er nimmt nun ebenfalls Frau und Sohn als Geiseln.

Eine grausame Spirale der Gewalt beginnt - mit Vergewaltigungen und Amputationen. Als die Geiseln aller Finger beraubt sind, die in Umschlägen zwischen den Tätern hin und her geschickt werden, setzt Ido das Messer am eigenen Finger an.

Termin: 4.6., 20 Uhr; Karten: Tel. (02361) 921 80.

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