Theater zwischen Himmel und Hölle

"Headspin Critical Mess" in Essen

ESSEN Zum Welttheatertag ließ das Schauspiel Essen die Freie Szene aufs Stadttheater in allen drei Spielorten treffen. "Quizoola!", Tim Etchells 27-seitiger Fragenkatalog, bildete das Gerüst für die elfstündige Performance, in der eine Nacht die Box zur "Hölle" und die Casa zum "Himmel" wurden. - Ohne Eintritt.

von Von Britta Helmbold

, 29.03.2011, 06:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ulrike Reinbott und Youngung Sebastian Kim in der "Critical Mess".

Ulrike Reinbott und Youngung Sebastian Kim in der "Critical Mess".

In der Box unterzogen sich Schauspieler des Essener Ensembles in einer Verhörsituation den Fragen. Der "Himmel" in der Casa war eine offene Ateliersituation mit bildenden Künstlern und Musikern. Die Bühne des Grillo hatte Intendant Christian Tombeil Samir Akika und seinem Künstlerkollektiv "Unusual Symptoms" überlassen. Dort wurde "Headspin Critical Mess" uraufgeführt. In einer Art Nummern-Revue, die Erinnerungen an den Liederabend "25 Sad Songs" weckte, gab es einen Streifzug durch die diversen Musikgenres - von Orffs "Carmina Burana" über "Aquarius" aus dem Musical "Hair" bis zu Punk, Pop und HipHop.Theater-Maschinerie Dazu nutzte man ausgiebig die Stadttheater-Maschine, ließ Palmen hochfahren, Blumentransparente vom Himmel schweben, Glitzerregen von der Seite einblasen - und wechselte fleißig die Kostüme, nur die Choreografien blieben eintönig: Laufen, zappeln, springen und fallen. Dazwischen wurde der Umgang mit Klischees von Sub- und Hochkultur recht abgedroschen präsentiert. Zum Glück gesellten sich zu der Tanztheater-Collage neben die Musiker, Tänzer und den Ex-Opernsänger der Freien Szene auch drei Ensemble-Mitglieder. Jannik Nowak war der Lichtblick in der endlos scheinenden, zweistündigen Produktion. Als besoffener Fußball-Fan besieht er sich das Ganze sichtlich befremdend und irritiert.Termine: 30.3., 10/.16./28.4.; Karten: Tel. (0201) 812 22 00.www.theater-essen.de

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