Theatermacher Roberto Ciulli erhält Staatspreis NRW

Höchste Auszeichnung

Er hat das Theater zur Brücke zwischen den Kulturen gemacht - dafür erhält Roberto Ciulli nun die höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Regisseur und langjährige Intendant des Mülheimer Theaters an der Ruhr, Roberto Ciulli, erhält am Mittwoch den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Düsseldorf

20.11.2013, 01:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gründer und Direktor des "Theater an der Ruhr". Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Gründer und Direktor des "Theater an der Ruhr". Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Der 79-jährige gebürtige Italiener wird damit als «Brückenbauer zwischen den Kulturen» und Kämpfer für verfolgte Minderheiten gewürdigt. Der Staatspreis ist die höchste Auszeichnung des Landes und mit 25 000 Euro dotiert. Der Preis wird Ciulli von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei einer Feierstunde im Düsseldorfer Ständehaus überreicht.

Gastspiele in Krisenländern Seit vielen Jahren holt Ciulli, der 1980 das Theater an der Ruhr gründete, ausländische Theatertruppen ins Ruhrgebiet und gastiert mit seinem Ensemble auch in Krisenländern wie Irak oder Iran. Ciulli habe über Jahrzehnte «europäische Theatergeschichte» geschrieben sowie prägenden Einfluss auf die Theaterlandschaft in NRW und weit darüber hinaus gehabt, hatte Kraft bei der Preisträger-Bekanntgabe im September mitgeteilt. Immer wieder macht sich der Theatermann für politisch verfolgte Künstler stark. 2012 setzte er sich für die Freilassung des inhaftierten kasachischen Regisseurs Bolat Atabajew ein. Auch mit seinen eigenen Inszenierungen beweist Ciulli Mut. So brachte er 2009 das als antisemitisch kritisierte Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ erstmals in Deutschland öffentlich auf die Bühne.   Der mit einer Arbeit über Hegel promovierte Ciulli gründete mit 26 Jahren ein Zelttheater in Mailand, bevor er 1965 als Gastarbeiter nach Deutschland ging und zunächst Fabrikarbeiter und Fernfahrer war. Nach Regie-Stationen an Bühnen in Göttingen, Köln und Düsseldorf kam Ciulli nach Mülheim. 

 

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