Til Schweiger gibt den Westentaschen-Bond

"Tschiller - Off Duty" im Kino

Sein Name ist Tschiller, Nick Tschiller. Damit geht er in Moskau hausieren, macht in der russischen Halbwelt die Welle, damit die Schufte wissen, mit wem sie sich anlegen. Er will seine Tochter zurück, die von Mädchenhändlern nach Russland verkauft wurde.

04.02.2016, 16:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nick Tschiller (Til Schweiger) hechtet über die Dächer.

Nick Tschiller (Til Schweiger) hechtet über die Dächer.

Nach vier "Tatort"-Episoden im Fernsehen wagt unser Westentaschen-Bond Til Schweiger nun den Sprung ins Kino. "Tschiller - Off Duty" knüpft an die TV-Filme an, schmeißt aber die Fernseh-Regularien über Bord. Hamburg wird gegen Istanbul und Moskau getauscht. Es wird ausgiebig geballert, die Leichen-Zählmaschine rattert, und Schweiger wandelt auf den Pfaden eines Jason Statham.

Über den Umweg einer Fernsehserie erfüllt sich Schweiger den Wunsch, auf der Leinwand als harter Hund zu reüssieren, was ihm bei seinen Regiearbeiten "Der Eisbär" (1998) und "Schutzengel" (2012) peinlich angestrengt geriet.

Neun Millionen Euro

"Off Duty", in der Regie von Christian Alvart, schneidet besser ab. Dass der Film bloß neun Millionen Euro gekostet hat, sieht man ihm nicht an. Für den ganz großen Budenzauber hat es nicht gereicht, doch Kino-Format kann man der Produktion nicht absprechen. Alvart inszeniert zügig und knackig, Christoph Darnstädts Drehbuch hat spannende Wendungen auf Lager. Wobei die Musik (Martin Todsharow) alle Emotionen doppelt und oft viel zu laut krakeelt.

Nahtod-Erfahrung

Tschiller entkommt dank Zufall, Glück und haariger Logik jeder Bredouille. Er ist der Mann mit neun Leben, der per Nahtod-Erfahrung den türkischen Knast verlässt. Am Bosporus weilt Tschiller, weil Tochter Lenny (Luna Schweiger) hier entführt wird. Sie wollte mit dem Mörder (Erdal Yildiz) ihrer Mutter abrechnen.

Der Papa tobt durch Istanbul, später durch Moskau, ein Ziel vor Augen: Zurück geht er "nicht ohne meine Tochter". Ganz alleine ist er nicht, es gibt ja den Kollegen Yalcin (Fahri Yardim), ein Bruder Lustig, der Tschiller aus der Patsche hilft. Ein Mähdrescher soll ihnen den Garaus machen, beide müssen ein teuflisches Attentat vereiteln. Bleibt die Frage, wer sich im Kino einen aufgemotzten "Tatort" gönnt? Fernsehzuschauer müssen bis 2017 warten.

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