Tintenwelt fantasievoll zum Leben erweckt

Cornelia Funkes "Tintenherz" am KJT

DORTMUND Mo besitzt die Gabe, Figuren aus Büchern in die Wirklichkeit zu holen. Ein Talent, das auch das Theater hat. So zaubert Regisseurin Antje Siebers nicht nur die finsteren Gesellen und den Gaukler wie Mo in die Realität, sondern haucht dem gesamten Buchpersonal von "Tintenherz" Bühnen-Leben ein.

von von Britta Helmbold

, 17.04.2011, 12:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Szene aus "Tintenherz" mit Capricon-Kopf.

Szene aus "Tintenherz" mit Capricon-Kopf.

Die umjubelte Premiere der fantasievollen Inszenierung von Cornelia Funkes Roman (Adaption: Robert Koall) war am Freitag im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) Sckellstraße. Bianka Lammert begleitet die abenteuerliche Geschichte als Erzählerin. Ihre Schilderungen, bei denen sie mit ihren Augen das Publikum zu fixieren sucht, wechseln mit Spielszenen. Die Einführung gibt´s noch vor dem weißen Vorhang, der herunter gefallen als Bettdecke für Mos Tochter Meggie dient - und den Blick auf das schlicht funktionale Bühnenbild freigibt (Ausstattung: Oliver Kostecka). Ein Podest aus Holzlatten, das an der Bühnenrückwand in Schiebetüren übergeht und als Tante Elinors Wohnung, aber auch als Gefängnis und natürlich für die Videoprojektionen (Volker Köster) dient.Capricorn als Kopf Der "Meister der Angst" Capricorn (Dominik Bender) tritt nur als riesiger Kopf per Leinwand auf. Für den Grusel-Faktor live sorgen seine üblen Helfer, die Sebastian Ennen und David Beyer in martialischen Kostümen überzeugend geben. In ornament-verzierten Ölfässern verbrennen sie effektvoll Bücher, aber jagen vor allem Zauberzunge Mo. Andreas Ksienzyks liebevoller Papa wird vom Gaukler gewarnt, dem Rainer Kleinespel eine melancholische Note verleiht. Sibylle Mumenthaler spielt die zwölfjährige Göre, die Johanna Weißerts wunderbar hysterisch-nervende Tante Elinor als rotzfrech bezeichnet. Für Lacher sorgt auch Bettina Zobels behäbiger Tintenherz-Autor, der aus dem Sand ausgebuddelt werden muss.Termine: 1., 4., 10.-13., 15., 25.-27., 29.5.; Karten: Tel. (02 31) 5 02 72 22.www.theaterdo.de

Lesen Sie jetzt