Tochter zum Sex angeboten: Prozess gegen Vater startet

Prozess

Ein ungewöhnlicher Fall wird am Dienstag in Wuppertal am Landgericht verhandelt: Ein Vater soll seine Tochter fremden Männern im Internet kostenlos zum Sex angeboten haben.

Wuppertal

20.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Landgericht Wuppertal startet am Dienstag (21. April) der Prozess gegen einen Mann, der seine 15-jährige Tochter im Internet zum Sex angeboten hat.

Vor dem Landgericht Wuppertal startet am Dienstag (21. April) der Prozess gegen einen Mann, der seine 15-jährige Tochter im Internet zum Sex angeboten hat. © picture alliance/dpa

Ein Vater, der seine minderjährige Tochter fremden Männern kostenlos zum Sex angeboten haben soll, steht von Dienstag an in Wuppertal vor Gericht. Laut Anklage war es zu zehn Treffen von Männern mit der damals 15-Jährigen gekommen.

Den Männern, die unbestraft blieben, habe der Vater vorgegaukelt, es handele sich um seine volljährige Freundin, die das so wünsche. Seine Tochter habe er zuvor mit Strafandrohungen wie Handyentzug gefügig gemacht. Zudem soll er sie zum Konsum von Ecstasy und Alkohol ermutigt haben.

Vater war bei den Sex-Treffen dabei, um zuzusehen

Bei den insgesamt zehn Sex-Treffen sei der Vater dabei gewesen. Er hatte laut Anklage sexuelles Interesse an Männern, litt aber an einer sexuellen Störung. Ihm sei es darum gegangen, zuzusehen, wie Fremde seine Tochter missbrauchten.

Dem 50-Jährigen wird die Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Das Landgericht hat für den ungewöhnlichen Fall bis 30. April insgesamt sechs Verhandlungstage geplant.

Mindestens acht Männer sind auf das „Angebot“ eingegangen

Der Vater lebte in Scheidung und allein mit seiner Tochter. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er seine Tochter auf einer frei zugänglichen Internet-Handelsplattform angeboten. „Wir wissen zumindest von acht Männern, die auf das Angebot eingegangen sind“, hatte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert gesagt.

Einer der acht Männer, ein 41-Jähriger, hatte Anzeige erstattet. Ihm war das Ganze im Nachhinein seltsam vorgekommen. Die Ermittler hatten E-Mails und Chatverläufe des Vaters ausgewertet und waren so auf die weiteren Männer gekommen. Vor dem Haftrichter hatte der 50-Jährige zu den Vorwürfen geschwiegen. Sein Verteidiger wollte im Vorfeld keine Stellungnahme abgeben.

dpa

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