Tom Beck: "Das Dortmunder Stadion ist der Wahnsinn"

Interview

Alarm für Cobra 11 hat ihn bekannt gemacht: Fünf Jahre war Tom Beck als Hauptkommissar Ben Jäger bei der Autobahnpolizei zu sehen. Am Dienstag ist er als Sänger im FZW. Jana Schoo hat mit ihm über seine Musik, Alarm für Cobra 11 und eine ganz spezielle Erinnerung an den BVB gesprochen.

DORTMUND

, 31.03.2015, 14:23 Uhr / Lesedauer: 4 min
Tom Beck, bekannt aus der TV-Serie Alarm für Cobra 11, macht schon seit Jahren Musik. Im FZW präsentiert er sein neues Album "So wie es ist".

Tom Beck, bekannt aus der TV-Serie Alarm für Cobra 11, macht schon seit Jahren Musik. Im FZW präsentiert er sein neues Album "So wie es ist".

Würden Sie sich eher als singenden Schauspieler oder als schauspielendern Sänger bezeichnen?

Beck: Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mich für den schauspielenden Sänger entscheiden. Die Musik war zuerst da, schon seit ich fünf bin. Zur Schauspielerei bin ich erst über das Musical-Studium gekommen.

Ihre Fans nehmen Sie aber wohl eher als Schauspieler wahr …

Ich denke, das ist fast normal. Wenn fast jeden Donnerstag fünf Millionen Menschen eine Serie mit dir gucken (Alarm für Cobra 11, Anm. d. Red.), dann ist das folgerichtig, dass man mich hauptsächlich als Schauspieler wahrnimmt.

Mussten Sie um Anerkennung als Musiker kämpfen?

Das kann ich nicht abstreiten. Die Kredibilität ist nicht so groß, weil es andere Vorbilder gibt, die Schauspieler waren und dann mal schnell noch ein Album rausgehauen haben. Ich mache schon immer Musik, es ist bei mir nicht neu – für die Leute vielleicht, aber für mich nicht. Da muss man immer Überzeugungsarbeit leisten, das wusste ich aber und darauf habe ich mich auch eingestellt.

Wie unterscheiden sich der Schauspieler Tom Beck und der Sänger Tom Beck?

Der Schauspieler ist in erster Linie von anderen abhängig – Drehbuchautoren, Castern, Produzenten, Verleihern, Redakteuren. Die müssen alle Bock auf mich haben. Wenn die mir ein Angebot machen, freue ich mich und kann die Rolle spielen, und wenn das nicht der Fall ist, dann spiel ich nicht. Als Musiker bin ich autark, ich habe mein eigenes Label. Es liegt alles in meinen Händen. Da bin ich zu 100 Prozent ich.

Ihr neues Album ist erstmals komplett auf Deutsch. Warum haben Sie sich dazu entschieden?

Ich habe früher auch versucht, auf Deutsch zu schreiben, es ist mir aber nicht gelungen. Ich konnte meine Persönlichkeit nicht zu 100 Prozent transportieren. Da habe ich zu schnell aufgeben. Jetzt habe ich mich zwei Jahre damit beschäftigt und gemerkt: Es geht doch, wenn man sich ein bisschen darein kniet.

Worin liegt für Sie der Vorteil deutscher Songs?

Mit Sicherheit darin, dass die Leute alles verstehen. Und man näher an den Kern seiner selbst kommt, weil man weniger oberflächlich schreiben kann. Wenn man Beziehungsthemen oder Liebesgeschichten behandeln möchte, muss man eine gute Wortwahl finden – das ist aber auch ein Vorteil. Man kann mit der deutschen Sprache schöne Sachen zaubern.

Welche Musik hören Sie privat?

Zum Sport gerne mal Elektronisches, oder Mainstream-Rock. Privat höre ich hauptsächlich Handgemachtes. Ich bin großer Fan von Paolo Nutini, Jason Mraz, John Mayer und Marc Broussard. Es ist ruhige Musik, aber ich empfinde sie als sehr bewegend.

Machen Sie viel Sport?

Fast täglich. Ich geh ganz stupide pumpen im Fitnessstudio. Es ist ein guter Ausgleich zum Tour-Leben. Und es ist gut, um sich abzureagieren.

Sind Sie ein eitler Mensch?

Ja, klar.

Inwiefern?

Ich überlege mir, was ich anziehe. Ich dusch' mich, ich versuche, mich so zu stylen, dass ich es selbst gut finde. Ich benutze ab und zu ein Deo. Ich achte einfach auf mich. Aber ich denke, jeder Mensch ist eitel, oder sollte eitel sein.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie ein Frauenschwarm sind?

Ich weiß nicht, ob das nicht einfach immer so behauptet wird. Es kommt ja keine zu mir und fällt mir um den Hals. Wobei ... Letzte Woche ist das komischerweise im Flieger passiert. Da hat mich eine Frau gefragt, ob sie mich drücken kann. Aber das bin ja nicht ich – es ist die Figur oder die Projektion, die die Leute haben, weil sie mich aus dem Fernsehen kennen. Es schmeichelt und es ist schön, besser als von allen gehasst zu werden. Also, ich kann damit gut umgehen.

Die Frauen mögen Sie also, weil sie Sie aus dem Fernsehen kennen?

Nein, also, vielleicht ist es schon auch meine Art. Aber ich glaube, dass man jemanden glorifiziert. Es kennt mich ja keiner von denen privat. Es geht mir ja auch nicht anders: Wenn ich Jennifer Lawrence treffen würde, würde ich auch denken: Oh mein Gott, Jennifer Lawrence! Man bewertet das ja direkt anders. Es ist schon der Mythos Schauspieler.

Wie hat Sie die Rolle bei Alarm für Cobra 11 geprägt?

Schon sehr. Ich habe dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Er war ein ziemlich großer Glücksfall. Ich werde immer noch oft darauf angesprochen. Ich habe mir eine Fanbase aufgebaut. Jetzt habe ich die Möglichkeit, viele andere schöne Dinge zu drehen.

Sie machen ziemlich viel: schauspielern, singen, Instrumente spielen. Was können Sie gar nicht?

Ich kann nicht malen. Ich habe keinen Orientierungssinn – ohne Navigation bin ich verloren. Ich kann mich auch ganz schwer entscheiden.

Kennen Sie Dortmund?

Ich kenne Dortmund überhaupt nicht. Ich war das letzte Mal 2012 im Stadion. Da wollte ich vor Spielende gehen, aber da hatte erst das Fußvolk Vorrang. Da war ich ganz schön angenervt, denn wir hatten verloren. Das war meine letzte Erinnerung an Dortmund.

Sind Sie BVB-Fan?

Nein. Ich darf das gar nicht laut sagen – ich bin Bayern-Fan. Das Spiel war 2012, als der Robben den Elfmeter verschossen hat ...

Dann haben Sie ja wirklich keine guten Erinnerungen an Dortmund …

Nein, also das Stadion ist der Wahnsinn. Ich war seitdem nicht mehr da, aber ich hätte mal wieder Bock, mir ein Spiel anzusehen. Es ist ein Graus, sich in der Allianz-Arena ein Spiel anzusehen. Da ist einfach Totenstille. Was in Dortmund abgefackelt wird, ist schon geil. Obwohl ich Bayern-Fan bin, bin ich ein großer Dortmund-Sympathisant. Ich mag den Klopp und viele Typen in der Mannschaft. Die Führung beim BVB ist cool, bei den Bayern ist sie mir immer ziemlich peinlich.

Kann man Sie also noch bekehren?

Nein, das nicht. Aber es gibt kaum Vereine, die ich richtig doof finde. Ich bin nicht so ein Fan-Fan, der nur eine Vereinsbrille auf hat. Es sei denn, Bayern spielt gegen Dortmund ...

Was erwarten Sie von Ihrem Konzert im FZW?

Ich erwarte weniger was von den Fans als von mir. Wenn wir Spaß haben, transportiert sich das auch auf die Leute. Es wird ein schöner Abend und ein schönes Konzert.

Für Kurzentschlossene: Es gibt noch ein paar Restkarten für das Konzert am Dienstagabend (31. 3.) im FZW, Ritterstraße 20, an der Abendkasse. Der Eintritt kostet 35 Euro. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn ist um 20 Uhr.

 

 

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