Trainersuche beim VfL Bochum: Der Kandidatencheck

mlzDutt-Nachfolger

Kurzfristig muss er Punkte holen und langfristig ein Team entwickeln: Das ist der Anspruch, den der VfL Bochum an seinen künftigen Trainer stellt. Ein Kandidatencheck.

Bochum

, 30.08.2019, 11:24 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer bringt den VfL Bochum wieder auf Kurs? Nach dem verpatzten Saisonstart und der Beurlaubung von Robin Dutt befindet sich der VfL Bochum auf Trainersuche. Nach außen dringt bislang wenig. Doch die Fans spekulieren schon fleißig: Wer wäre geeignet – und wer überhaupt bereit, den angeschlagenen Revierklub zu übernehmen?

Wir notieren die Namen, die am häufigsten genannt werden, und machen den Kandidatencheck:

Heiko Butscher: Für viele Fans ist der Interimstrainer und Dutt-Vertraute die Wunschlösung. Butscher war einst Profi in Bochum und identifiziert sich voll und ganz mit dem Klub. Das Problem: Er besitzt noch nicht die notwendige Trainerlizenz. Den Fußballlehrer-Lehrgang beendet er erst im Frühjahr 2020. Der 39-Jährige wird also (noch) nicht zum Cheftrainer befördert.

Hannes Wolf: Der langjährige Dortmunder wurde von der Bild-Zeitung als aussichtsreicher Kandidat ins Spiel gebracht. Eine Verpflichtung des 38-Jährigen wäre naheliegend. Denn der Klopp-Freund stammt gebürtig aus Bochum, gilt als kommunikativ und professionell, hat eine positive Ausstrahlung und bringt trotz seines Alters schon Erfahrung mit – auch in Klubs, die zur Unruhe neigen.

Jens Keller: Sein Name wird im Vereinsumfeld immer wieder genannt, wenn der VfL auf Trainersuche geht. Denn der Ex-Schalker könnte mit seiner Erfahrung ins Bochumer Beuteschema passen. Zuletzt war der 48-Jährige für Union Berlin und Ingolstadt tätig. Er kennt also die Liga. Eine interessante Verbindung: Sein Co-Trainer Thomas Stickroth ist eine Bochumer-Vereinslegende.

Markus Anfang: Der ehemalige Kölner fordert viel von seinen Spielern und steht für konsequenten Offensivfußball. Holstein Kiel führte er so fast in die Bundesliga, in der Domstadt wurde er vorzeitig entlassen. Sein Ansatz ist attraktiv, aber in einer Krise nur schwer zu vermitteln. Zumal die Defensive zuletzt das Bochumer Kernproblem war. Argument für Anfang: Auch er ist mit der Liga bestens vertraut.

Rene Weiler: Der Schweizer war schon mehrfach ernsthafter Kandidat beim VfL. Doch entweder war er für einen anderen Klub tätig oder er sagte ab wie im Herbst 2017. Ob Weiler jetzt bereit wäre? Nach einem Engagement beim FC Luzern ist er wieder verfügbar. Routine hat er zweifellos, mit Nürnberg wäre er fast in die Bundesliga aufgestiegen.

Markus Kauczinski: Der 49-Jährige stammt aus dem Ruhrgebiet, bringt viel Zweitligaerfahrung mit und hat einst für die VfL-Reserve gespielt. Klubboss Villis und Nachwuchsleiter Richter kennen ihn gut. Kauczinski wird intern immer wieder genannt, wenn der VfL einen Trainer sucht. Bislang kam es aber nie zu einer Zusammenarbeit. Ein möglicher Grund: Kauczinski setzt eher auf Defensivfußball.

Andre Breitenreiter: Der 45-Jährige bringt vieles mit, was der VfL von seinem neuen Trainer erwartet, vor allem den Umgang mit einer schwierigen Situation. Den SC Paderborn und Hannover 96 hat Breitenreiter schon in die Bundesliga geführt. Ob der ehemalige Schalker bereit wäre, zu einem angeschlagenen Zweitligisten zu gehen, ist allerdings fraglich.

Markus Gisdol: Nach seinem Rauswurf in Hamburg im Januar 2018 befindet sich Gisdol auf Jobsuche, auch ein Zweitligist sollte deshalb eine Option sein. Routine bringt er mit, auch kann der 50-Jährige, der auf Offensivfußball setzt, unter Druck arbeiten. Eine offensichtliche Verbindung nach Bochum gibt es bislang aber nicht.

Jan Siewert: Nach seiner Freistellung in Huddersfield ist der ehemalige U23-Trainer von Borussia Dortmund wieder verfügbar. Zuvor war Siewert schon im Bochumer Nachwuchs tätig. Spannend: Er sollte ursprünglich als neuer Cheftrainer beim VfL aufgebaut werden, dann aber kam das Angebot des BVB. Dass Siewert zum Zweitligisten zurückkehrt, ist eher unwahrscheinlich.

Thomas Reis: Der U19-Coach des VfL Wolfsburg war schon Trainer im Bochumer Nachwuchs und früher auch Profi an der Castroper Straße. Manager Schindzielorz kennt ihn bestens, die beiden schätzen sich. Reis war im Sommer auch Trainerkandidat in Kiel. Ob es jetzt reicht, um Profitrainer zu werden? Unwahrscheinlich. Zumal Reis in Wolfsburg noch unter Vertrag steht.

Marco Antwerpen: Wenn der VfL nicht nur auf den Namen und die Vorerfahrungen schaut, könnte der Fußballlehrer aus Unna durchaus ein Kandidat sein. Mit Preußen Münster und Viktoria Köln war er zuletzt erfolgreich. Auch bei ihm gilt: Ihm fehlt die Erfahrung bei einem Zweitligisten. Die Lage in Bochum ist zu kompliziert, als dass die Bosse irgendein Risiko eingehen wollen.

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