Transporter fährt in Menschengruppe: Drei Festnahmen - Bandenkrieg unter Rockern vermutet

Bayern

Es ist ein Szenario, das sofort schlimmste Assoziationen weckt. Ein Auto fährt offensichtlich mit voller Absicht in eine Gruppe von Menschen. War es eine Fehde zwischen Rockern?

München

11.06.2020, 09:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizisten stehen nahe der Stelle, an der am Nachmittag ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren ist.

Polizisten stehen nahe der Stelle, an der am Nachmittag ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren ist. © picture alliance/dpa

Ein Kleintransporter rast in München in eine Menschengruppe auf dem Gehweg - wohl mit voller Absicht. Danach schlagen Fahrzeuginsassen auf die Passanten ein. Nach diesem Angriff am Mittwoch mit drei Verletzten fahndet die Polizei nach den Tätern - und bittet Zeugen um Hinweise. Drei Personen wurden festgenommen. Es werde nun „die Art der Tatbeteiligung“ geprüft, sagte ein Sprecher der Münchener Polizei am frühen Donnerstagmorgen.

Wie genau sie mit dem Vorfall in Zusammenhang stehen, ist noch nicht klar. Einzelheiten zu der Identität der Personen teilte die Polizei nicht mit. „Offensichtlich haben wir es mit einer äußerst brutalen Auseinandersetzung polizeibekannter Rockergruppen zu tun“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem Sender „Antenne Bayern“ und „bild.de“.

Die sechs Insassen des Fahrzeugs seien auf die angefahrene Gruppe losgegangen und hätten „gewaltsam auf sie eingewirkt“, teilte die Polizei nach dem Vorfall am Mittwochnachmittag mit. Drei Männer im Alter zwischen 42 und 56 Jahren wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht - schweben aber nicht in Lebensgefahr.

Ob die Verletzungen durch die Kollision mit dem Fahrzeug oder durch die nachfolgende Prügelei zustande kamen, war zunächst unklar. Nach Angaben von Zeugen sei bei dem Angriff auch ein Stichwerkzeug benutzt worden, hieß es.

Die Polizei teilte mit: „Nach den ersten vorläufigen Ermittlungen gab es eine Vorbeziehung zwischen den Tätern und den Verletzten, die auf einen Zusammenhang mit dem Rocker-Milieu hindeutet.“

Der Bereich um den Tatort wurde von zahlreichen Polizisten weiträumig abgesperrt, dazu wurde eine Großfahndung eingeleitet. Ein Hubschrauber kreiste über dem Stadtteil Schwabing. „Die Fahndung läuft auf Hochtouren“, sagte ein Polizeisprecher. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach ersten Erkenntnissen nicht.

Es ist unerträglich, dass solche Bandenkriege auf offener Straße in München ausgetragen werden.
Joachim HerrmannBayerns Innenminister (CSU)

Innenminister Herrmann sagte weiter: „Es ist unerträglich, dass solche Bandenkriege auf offener Straße in München ausgetragen werden. ... Dass inzwischen bereits die ersten Tatbeteiligten festgenommen werden konnten, ist ein großartiger Erfolg unserer Polizei.“