Transsilvanier wohnen in Herne im Zechenhaus

Am Filmset von "Die Vampirschwestern"

HERNE Trubel gestern in der Herner Teutoburgia-Siedlung: Eine Vampirfamilie ist in der Laubenstraße eingezogen. Schon hat der Nachbar sein Haus verrammelt, Stacheldraht gespannt und den Zaun mit Knoblauch bewehrt. Aufregung und Schaulustige sind echt, die Vampire nur Filmgeschöpfe am Set von "Die Vampirschwestern".

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 04.10.2011, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darsteller und Regisseur am Set: (v.l.) Christiane Paul, Laura Roge, Wolfgang Groos, Marta Martin, Stipe Erceg.

Darsteller und Regisseur am Set: (v.l.) Christiane Paul, Laura Roge, Wolfgang Groos, Marta Martin, Stipe Erceg.

Wolfgang Groos ("Vorstadtkrokodile 3") dreht in der malerischen Zechensiedlung "Die Vampirschwestern", nach Romanen von Franziska Gehm. Christiane Paul spielt die Mama zweier Mädels, die dank ihres Vampir-Vaters (Stipe Erceg) Halb-Vampire sind. Ausnahmezustand an der Laubenstraße, wo Haus Nummer 23 mit Bretterverschalung, Efeu, wildem Garten wie ein Hexenhäuschen hergerichtet ist. Anwohner lugen aus Fenstern oder haben sich unter die Filmcrew gemischt. Auf der Straße liegen Kameraschienen, Zusatzlicht hellt den Schauplatz auf, Kabel führen zum Haus gegenüber, wo viel Technik steht.Zu Besuch bei Vampiren "Alle bereit?", ruft ein Assistent: "Los gehts. Ruhe bitte, Drehphase!" "Ton ab!", kommandiert Regisseur Groos. "Ton läuft", schallt es zurück. Uuund bitte: Oma und Opa sind auf Besuch bei der Vampirfamilie. "Na, habt ihr euch schon eingelebt?", fragt der Opa (Hans-Peter Deppe). "Logisch, was denkst Du denn", meint Laura Roge (13), die im Girlie-Punk-Outfit das Vampirmädel Dakaria spielt. "Was ist hier los, Vampir-Alarm?" Der Opa zeigt zur Knoblauchfestung des Nachbarn und lacht ein meckerndes Ha-ha-ha.Kapotschka-Schnaps Und das acht Mal, denn so oft wird die Szene wiederholt. Acht Mal bittet Stipe Erceg (szene-cool, vampir-düster in Schwarz) die Schwiegereltern ins Haus: "Lasst uns einen Kapotschka nehmen." Das ist ein Schnaps, hören wir. Franziska Gehm hat wohl das Wort geprägt, als sie das "Vampwanische" erfand, eine alte Vampirsprache. Dakaria und ihre Schwester Silvania (Marta Martin) kamen frisch aus Transsilvanien. "Der Film erzählt vom Anderssein. Die Mädels sind neu in Deutschland und sehr speziell, Halbvampire, die fliegen können", erklärt Wolfgang Groos. Christiane Paul springt ein: "Nette Vampire, mit liebevoller Familie. Das fand ich schon in den Büchern so entzückend."Spukiger Kinderfilm

"Es wird ein Kinderfilm, aber auch spukig", sagt Helmut Zerlett, der am Set zuguckt. Er schreibt Musik für "Die Vampirschwestern" und will sich vor Ort inspirieren lassen. Sechs Drehtage in Herne, 22 in NRW: Heute zieht die Film-Karawane nach Recklinghausen. Ende 2012 kommt der Fünf-Millionen-Euro-Streifen ins Kino.

 

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