Traumschöner Theater-Marathon

Festival Impulse

DÜSSELDORF / KÖLN Diskurs-, Tanz-, Bilder- und Film-Theater – wer sich die volle Impulse-Dröhnung geben will, nimmt an einem Marathon des Off-Theater-Festivals teil. Am Samstag konnte man auf einer Busfahrt zwischen Düsseldorf und Köln die Stilvielfalt und höchst unterschiedliche Qualität der Inszenierungen erleben.

von Von Max Florian Kühlem

, 29.11.2009, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bildermächtige Inszenierung: Philippe Quesnes »La Mélancholie des Dragons«.

Bildermächtige Inszenierung: Philippe Quesnes »La Mélancholie des Dragons«.

Im Düsseldorfer Schauspielhaus zeigte das freie Theater, dass es problemlos imstande ist, eine Stadttheaterbühne in einen grenzenlosen Imaginationsraum zu verwandeln. Sechs aus der Zeit gefallene Rocker haben eine Autopanne im verschneiten Nirgendwo. Als ihnen Mechanikerin Isabelle verkündet, dass der kaputte Verteiler erst in sieben Tagen zu haben ist, füllen die Herren die weiße Leere mit der Kraft der Phantasie. Mit Laptop und Beamer, mit einer kleinen Windmaschine und Plastiksäcken lassen sie eine romantische Landschaft entstehen, die auf magische Weise von AC/DCs „Highway to hell“ zu Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ mäandert. Mit diesen traumschönen Bildern geflutet, erträgt der Theater-Marathoni leicht Doris Uhlichs sprödes Tanzstück „Spitze“. Eine Performance über die strengen Stil- und erschreckenden Machtcodes des klassischen Balletts. Alle Befürchtungen, nach Mitternacht keine eineinhalb Stunden mehr durchzustehen, wischt die britisch-deutsche Gruppe „Gob Squad“ weg: Ihre dramatische Videoinstallation „Saving The World“ macht auf sieben Leinwänden mit dem Kölner Rudolfplatz die Welt zur Bühne. Wie die Performer Passanten zu Schauspielern und das Publikum zu Geschichtsforschern aus der Zukunft machen, ist höchst intelligent, komisch, anrührend, ehrlich – und preisverdächtig.    

Schlagworte: