Trennung von Dutt: Skurrile Vorgänge beim VfL Bochum

mlzTrainerwechsel in Bochum

Anderthalb Jahre haben der VfL Bochum und Trainer Robin Dutt gut zusammengearbeitet. Das Ende ist unrühmlich: Widersprüche begleiten die Trennung.

Bochum

, 26.08.2019, 23:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie hielt lange, die Ruhe beim VfL. Zumindest für Bochumer Verhältnisse. 18 Monate war Robin Dutt Cheftrainer des Zweitligisten. Seit Montagnachmittag ist er es nicht mehr: Die Vereinsführung beurlaubte den 54-Jährigen mit sofortiger Wirkung. „Der VfL kommt zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr vorbehaltlos gefolgt wäre“, heißt es in einer Vereinsmitteilung.

Dass eine gemeinsame Basis kaum noch zu finden war, zeichnete sich ab. Dutt hatte sich nach dem 3:3 gegen Wehen Wiesbaden und dem enttäuschenden Saisonstart selbst hinterfragt und in einer Pressekonferenz laut über einen möglichen Rücktritt nachgedacht. Offenbar schätzte er die Wirkung seiner Aussagen nicht richtig ab. Geplant hatte Dutt nur einen Weckruf an alle, sagte er am Montag im TV-Interview bei Sky. Doch das ging schief.

Verein und Trainer widersprechen sich

Zum Austausch auf allen Ebenen kam es zwar, aber nicht so, dass beide Seiten am Ende den Schulterschluss wagten. Brisant dabei: Der Verein schreibt in einem offiziellen Statement, dass Dutt einen finalen Gesprächstermin am Montag nicht mehr wahrnahm. Das Problem: Dutt war nach mehrstündigen Beratungen am Sonntag davon ausgegangen, dass alles besprochen sei. Also flog er im Wissen der Vereinsführung zu seiner Familie nach Stuttgart.

Dazu passt auch die Erklärung, die Dutt kurz nach der Trennung auf Instagram veröffentlichte. Darin zeigt er sich erstaunt über die Darstellung der Verantwortlichen. Er sei bereit dazu gewesen, die Tätigkeit als Cheftrainer fortzuführen. Dazu habe er „konstruktive Vorschläge“ gemacht, eine Antwort darauf soll es aber nicht mehr gegeben haben – es folgte die „unbegründete Freistellung“, so die Version des 54-Jährigen.

Bei den Fans ist Dutt beliebt

Aus sportlicher Sicht ist die Trennung trotzdem nachvollziehbar. Mit der selbst ausgerufenen Trainerdiskussion schwächte sich Dutt nachhaltig. Nach einigen Fehlentscheidungen, personell wie taktisch, hatte er auch Teile der Mannschaft nicht mehr auf seiner Seite. Dutt kämpfte vergeblich gegen Nachlässigkeiten auf dem Trainingsplatz und sogar am Spieltag an.

Von vielen Fans gab es dennoch Rückendeckung. Sie merkten, dass sich Dutt mit dem Verein und der Stadt identifizierte und eigene Fehler genau reflektierte. Menschlich war er ein Gewinn für den Klub. Auch deshalb hatten sich viele Anhänger für einen Verbleib ausgesprochen und die Kritik auf die Mannschaft und Manager Sebastian Schindzielorz gelenkt. Robin Dutt verfolgte dies genau und bedankte sich am Montag für diese Unterstützung.

Nachfolger wird jetzt gesucht

Wie es nun ohne ihn weitergeht, ist noch offen. Die Co-Trainer Heiko Butscher und Oliver Barth, zwei enge Vertraute von Dutt, führen die Mannschaft in das nächste Punktspiel gegen den VfB Stuttgart. In der anschließenden Pause soll Dutts Nachfolger dann präsentiert werden.

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