Tristan und Isolde verlieben sich im Horror-Labyrinth

Bayreuther Festspiele beginnen

Das Bayreuther Festspielhaus bleibt ein magischer Ort: Kurz vor der Premiere von "Tristan und Isolde" am Samstagnachmittag durfte keiner der rund 100 angereisten Journalisten aus 20 Ländern (darunter auch die USA und Australien) irgendetwas von der Inszenierung der Festspielchefin Katharina Wagner sehen.

Bayreuth

, 24.07.2015, 19:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das letzte Pressegespräch vor Eröffnung der 104. Festspiele auf dem Grünen Hügel war ein Barbecue am Freitagabend in "lockerer Runde" - aber ohne Regisseurin und den neuen Musikdirektor Christian Thielemann. Beide seien mit Vorbereitungen der Kinoübertragung am 7. August beschäftigt. Und Noch-Hügel-Chefin Eva Wagner-Pasquier "wollte nicht teilnehmen", so Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense.

Viele Aufgaben für Thielemann

Thielemann werde nicht die Aufgaben der scheidenden Eva Wagner-Pasquier übernehmen, betonte Sense. Und der Vertrag mit ihm sei bereits am 15. März geschlossen worden, lange vor der Entscheidung der Berliner Philharmoniker.

"Es ist unstrittig, dass er einer der größten Wagner-Dirigenten unserer Zeit ist. Deshalb wollten wir ihn langfristig an uns binden", sagte Sense. Der Vertrag mit dem 56-Jährigen laufe bis 2020. Zu seinen Aufgaben gehöre, "das Klangbild der Festspiele mitzuprägen". Zuständig ist Thielemann für Orchester- und Chorbesetzung. Er soll die Festspielleitung bei Vorsingen beraten und mit seinen guten internationalen Kontakten neue Sänger nach Bayreuth bringen. "Und er muss einspringen, wenn ein Dirigent einer der anderen Opern kurzfristig erkrankt", so Sense.

Erste Andeutungen zur Inszenierung

Dem Bühnenbild- und Kostüm-Team war schließlich doch noch ein wenig zum "Tristan" zu entlocken: Es wird düster, und der erste Akt spielt in einem Dreieckslabyrinth, das Horrorvisionen zulassen könnte, der zweite Akt in einem Gefängnis.

60000 Karten haben die Festspiele für die 30 Vorstellungen bis 28. August verkauft. 15000 sind für Freundeskreismitglieder und Sponsoren reserviert. 30000 Karten wurden in Deutschland verkauft, 15000 ins Ausland. Die Wartezeit auf eine Karte beträgt für eine Neuinszenierung zurzeit 13 bis 14 Jahre. Ab der nächsten Woche kann man, früher als gewohnt, für 2016 bestellen.

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