Überfall in Wildwest-Manier: Täter verurteilt

Landgericht Dortmund

Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen: Bei einem Überfall rammt ein Mann zwei wuchtige Küchenmesser in die Kassentheke. Jetzt ist er verurteilt worden.

Dortmund/ Hamm

, 07.04.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei einem Überfall in Hamm rammt ein Mann zwei wuchtige Küchenmesser in die Kassentheke. Jetzt ist er verurteilt worden.

Bei einem Überfall in Hamm rammt ein Mann zwei wuchtige Küchenmesser in die Kassentheke. Jetzt ist er verurteilt worden. © Jörn Hartwich

Da müssen die beiden Verkäuferinnen aber richtig Angst bekommen haben: Bei einen Überfall auf einen Tedi-Markt in Hamm hat der Täter zwei wuchtige Küchenmesser in die Kassentheke gerammt – in echter Wildwest-Manier.

Dann riss er die Geldschublade mit Brachialgewalt aus der Kasse und marschierte davon. Am Dienstag ist der 44-Jährige in Dortmund verurteilt worden. Die Strafe: zwei Jahre und neun Monate Haft.

Drei Tage Party

Drei Tage lang hat der Angeklagte damals gefeiert. Es gab Drogen im Überfluss: Heroin, Kokain und Alkohol. Für sich und seine Freunde. Dabei muss der 44-Jährige auch mächtig geprahlt haben. Was sich zumindest aus seiner Sicht allerdings schnell als Fehler herausstellte. Es dauerte nämlich nicht lange, bis ihm die Polizei auf der Spur war.

Zu viel geprahlt

Wie es heißt, soll es einen anonymen Hinweis gegeben haben. Kurz darauf war das Leben in Freiheit für den Angeklagten erst einmal vorbei. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden auch Messer gefunden, die bei der Tat vom 26. August 2020 benutzt worden sein könnten. Doch ganz sicher ist das nicht. Von der Beute – immerhin rund tausend Euro – dagegen keine Spur.

Am Ende kam es darauf aber auch gar nicht mehr an. Der 44-Jährige hatte schon kurz nach der Festnahme ein Geständnis abgelegt, das er im Prozess am Dortmunder Landgericht auch wiederholt hat.

Massiver Drogenkonsum

Hintergrund der Tat war sein jahrzehntelanger Drogenkonsum. Der Angeklagte gilt als extrem abhängig. Obwohl er jeden Tag Drogen-Ersatzmedikamente erhalten hat, konsumierte er massiv Heroin, Kokain und Alkohol.

Mit dramatischen Folgen. Im Justizkrankenhaus wurde eine Leberentzündung festgestellt, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und Hepatitis C.

Einen Großteil der Strafe muss der Angeklagte deshalb auch in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung verbringen, um seine Drogensucht vielleicht doch noch in den Griff zu bekommen. „Es ist Ihre letzte Chance“, so Richter Dirk Kienitz bei der Urteilsbegründung.

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