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Ulla Schepp war keine Schönspielerin

Das Sportporträt

Die Bundesliga-Mannschaft der Basketballerinnen der BG Dorsten ist mittlerweile längst Geschichte. Aber auch davor gab es schon Geschichten. Beispielsweise die der Ulla Schepp, die 1981 noch unter ihrem Namen Ulla Stallkamp von Recklinghausen in die Lippestadt wechselte und hier ein Jahrzehnt lang wesentliche Impulse für das damalige Zweitliga-Team der BG gab.

DORSTEN

von Von Klaus Rosenkranz

, 05.11.2012
Ulla Schepp war keine Schönspielerin

In den 80er Jahren aus der Mannschaft der BG Dorsten nicht wegzudenken: Ulla Schepp (l.).

55 Jahre ist sie mittlerweile alt. Das hört sich eher uncharmant an, ist es aber gar nicht, weil sie wirklich keinen Tag älter wirkt als damals, als Engelbert Sanders eine großartige Mannschaft mit Ausnahmekönnerinnen wie Sabine Stoewahse, Annette Berndt oder der Amerikanerin Barbara „Babbel“ Krause auf die Beine gestellt hatte, die schon seinerzeit ständig an die Tür der nationalen Erstklassigkeit klopfte. Und ein Teil dieses schwungvollen Teams von mitreißenden Basketballerinas was Ulla Schepp. Die geht mit einer eindrucksvollen Selbsteinschätzung an diese Zeit, ihre Zeit in der Zweiten Liga, heran: „Ich war nie die Schönspielerin. Ich war eher für den kämpferischen Teil unseres Spiels zuständig.“ Vor allem aber war sie zuverlässig. Eine Spielerin, die auf dem Flügel ganze Spielzüge des Gegners lahm legen konnte. Gut, zweistellige Punktausbeuten in einer Partie waren bei ihr eher selten, dennoch war sie eigentlich nie aus der Starting Five wegzudenken.

Ihre Augen blitzen immer noch kämpferisch-unternehmungslustig, wenn sie von dem Team der 80er Jahre erzählt. Und natürlich fragt sie nach jedem und allen. Ein bisschen ist ihr der Kontakt nach Dorsten verloren gegangen. Zwar arbeitet sie immer noch in der Erwachsenenbetreuung in Herten (übrigens eine Arbeitsstelle, zu der der ausgebildeten Lehrerin ihr Trainer Engelbert Sanders und der Dorstener Heinz Niewerth maßgeblich verholfen haben), aber privat hat es sie nach Gescher verschlagen. Und da hält sie sich mit Joggen zwei-, dreimal pro Woche fit. Was man ihr ansieht! Und darum ist ihr dann und wann auch vor einem Halb-Marathon auch nicht bange. Und wenn sie in den Alpen Urlaub macht, ist auch immer das Trecking-Rad dabei.

Auch der Basketball spielt noch eine Rolle. Zehn Jahre nach dem Abschied aus Dorsten hat sie das orange-rote Leder doch noch mal wieder in die Hand genommen. Bei ihrem Heimatverein, dem OSC Osnabrück, spielt sie in einer Oldie-Truppe mit. So ein klein wenig ist sie das weibliche Gegenstück zum unverwüstlichen Dorstener Urgestein Rolf Rommeswinkel, der den Basketball ja auch jenseits der „60“ nicht aus den Fingern lassen kann. „Ich hatte und habe einfach Spaß an der Bewegung“, bringt sie mit einem einzigen Satz das Gesamtprogramm jeder vorbeugend arbeitenden Krankenkasse unter. „Und ich habe durch den Sport so viele nette Menschen kennen gelernt. Diese Basketball-Zeit hat mir eine ganze Menge gegeben.“

Und während sie über ihre sportliche Vergangenheit nachdenkt, kommt der Gedanke dann ganz spontan: „Ich muss mal wieder zu einem Basketball-Spiel nach Dorsten fahren.“ Sie wird ganz viele alte Bekannte treffen. Und die werden eine nahezu unveränderte Ulla Schepp wiedersehen. Eine ganz junge 55-Jährige.