Ulrich Erbens unerhört sinnliche Farbfeldmalerei

Museum Küppersmühle

Malerei beschränkt sich bei Ulrich Erben auf flächig aufgetragene Streifen, Rechtecke und Rahmen. Schlicht wirkt ihre Formgestalt. Bei aller maßvollen Beschränkung geht von der Farbfeldmalerei des 71-Jährigen, der in Deutschland zu ihren bedeutendsten Verfechtern zählt, unerhört sinnliche Wirkung aus.

DUISBURG

von Von Bernd Aulich

, 27.10.2011, 16:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ulrich Erbens Werk "Terre" in der Küppersmühle.

Ulrich Erbens Werk "Terre" in der Küppersmühle.

Wie rational im Konzept und hochemotional in ihrer Wirkung diese Kunst vermeintliche Gegensätze aufhebt, unterstreicht seine bisher größte Werkschau an Rhein und Ruhr. Die 100 Arbeiten aus fünf Jahrzehnten sind nicht etwa chronologisch gehängt. Stattdessen hat er frühe und späte Arbeiten nebeneinander arrangiert. "Ich wollte mich selber überraschen", sagt der ehemalige Professor der Kunstakademie Münster, der dort bis 2005 lehrte.Flüchtige Stimmungen, Gerüche und Erinnerungen Fast schon klobig wirken heute die landschaftlich geprägten Anfänge. Die "Lust etwas zu gestalten, was zuvor nicht da war", die Transformation flüchtiger Stimmungen, Gerüche oder Erinnerungen in schiere Farbe, gewann ab 1988 in der Serie "Farben der Erinnerung" Gestalt.

Die Fresko-Kunst hat Erben an der Kunstakademie Venedig studiert. In der Küppersmühle definiert er sie in den großflächigen Arbeiten "Spazio" und "Silentio" mit verdünnter Chinatusche neu. Erhellend für Erbens Farbverständnis wirkt sein rekonstruiertes Halogenobjekt, das 1972 in der legendären Essener Ausstellung "Szene Rhein-Ruhr" zu sehen war.Ein Fall von Magie Durch eine Leinwand strahlt ein unsichtbarer Scheinwerfer auf die Gaze-Fläche. Das Auge nimmt drei schwebende Quadrate wahr. Ein Fall von Magie? Durchaus. Denn Erbens Kunst zielt auf die "magische Komponente, die allen Farben und Formen innewohnt, wenn man sie in ein bestimmtes Verhältnis zueinander setzt".Museum Küppersmühle Duisburg: "Ulrich Erben - Lust und Kalkül", Philosophenweg 55, bis 29.1. 2012, Mi 14-18, Do-So 11-18 Uhr.

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