Verdis "Otello" als Eifersuchtsdrama im modernen Militärcamp

Theater Hagen

Mit einer regelrechten Erfolgsserie haben sich Regisseurin Annette Wolf und Bühnenbildnerin Lena Brexendorff den Ruf eines Dreamteams für komische Opern am Theater Hagen erworben. Seit dieser Spielzeit sind beide öfter in Hagen zu erleben, nicht mehr nur im Team und nicht mehr nur im komischen Sujet. Mit Verdis "Otello" inszenierte Annette Wolf erstmals ein düsteres Eifersuchtsdrama in Hagen.

HAGEN

von Von Karsten Mark

, 10.06.2014, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ricardo Tamura als Otello und Veronika Haller als Desdemona.

Ricardo Tamura als Otello und Veronika Haller als Desdemona.

Ausstattungsleiter Jan Bammes ist fürs Dekor zuständig. Besonders üppig fällt es nicht aus, denn Wolf lässt den gesamten Vierakter in einem Militärcamp moderner Machart spielen - im Wesentlichen auf nackten Stahlgerüsten und Munitionskisten.

Für die Titelpartie kehrt ein Tenor nach Hagen zurück, der vor sieben Jahren als Toscas Liebhaber Cavaradossi an der Volme debütierte.Orchester war für Tenor zu laut Nach der kraftvoll, beachtlich präsent gesungenen ersten Hälfte, brach ihm im dritten und vierten Akt mehrfach die Stimme in den leiseren Passagen weg. Vielleicht hatte ihm das über weite Teile sehr laut aufspielende Orchester unter Florian Ludwig etwas zu viel abverlangt.

Für Veronika Haller singt und agiert als Desdemona überzeugend die unschuldig Reine, die keine Chance hat gegen die Mechanismen von übler Nachrede und verletzter Männerehre.Unfreiwillige Komik Leider bekommt ihr tragisches Ende in einer Mischung aus Überseekoffer und Sarg eine unfreiwillige Komik - nach dem Motto: Klappe zu, Gattin tot.

Vollständig funktioniert die Inszenierung nur für einen glänzend singenden und agierenden Raymond Ayers als Jago. Besonders teuflisch wirkt an dem gar nichts. Er ist ein rechter Sunnyboy, adrett, stets korrekt und ziemlich schlau.

Termine: 10. / 20. / 25. /27. 6., 2. 7.;
Karten: Tel. (023 31) 207 32 18.

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