Vermisste Rebecca: Suche nach Handydaten, um Schwager zu überführen

Kriminalität

Ermittler sollen jetzt im europäischen Ausland nach dem Handy der seit mehr als einem Jahr verschwundenen Rebecca suchen. Die Ermittler glauben zwar nicht, dass Rebecca noch lebt, wollen aber etwas anderes erreichen.

22.05.2020, 11:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die vermisste 15-jährige Rebecca aus Berlin.

Die vermisste 15-jährige Rebecca aus Berlin. © picture alliance/dpa

Am 18. Februar 2019 verschwand die damals 15-jährige Rebecca Reusch spurlos aus Berlin. Während die Eltern die Hoffnung nicht aufgeben wollen, dass ihre Tochter noch lebt, glauben Ermittler, dass die Schülerin tot ist.

Die Staatsanwaltschaft hält den Schwager Florian R., der sich in Anhörungen in Widersprüche verwickelte, für tatverdächtig. So soll er zu Protokoll gegeben haben, dass er geschlafen habe, als Rebecca verschwand – obwohl sein Auto, ein auffälliger, pinkfarbener Twingo, von dem Kennzeichenerfassungssystem auf der A12 in Richtung Polen erfasst wurde. Einen Tag nach dem Verschwinden von Rebecca wurde das Auto dann erneut auf der A12 registriert – zurück in Richtung Frankfurt (Oder). Der Verdächtige war zwischendurch in U-Haft, wurde dann aber wieder freigelassen, weil die Beweise fehlen.

Um Florian R. zu überführen, sollen die Ermittler jetzt im europäischen Ausland nach dem Handy der Schülerin suchen – in der Hoffnung, die verschwundene Rebecca zu finden. Das berichtet die „Bild“. „Wir wollen nichts unversucht lassen und haben ein Rechtshilfeersuchen an die zuständigen Stellen gestellt“, erklärt Staatsanwalt Martin Glage der Zeitung. Das Rechtshilfeersuchen gehe bis nach Russland, Weißrussland und die Ukraine.

Suche im Ausland nach Rebeccas verschwundenem Handy

Die aufwendige Suche mit Spürhunden, Polizeitauchern und Wärmebildkameras nach Rebeccas Verschwinden blieb erfolglos. Auch die pinkfarbene Fleecedecke, Rebeccas Rucksack, ihre rosafarbene Plüschjacke und ihr Handy wurden bislang nicht gefunden.

Nun soll ermittelt werden, ob das Handy der damals 15-Jährigen nach ihrem Verschwinden noch mal im Ausland eingeloggt war oder benutzt wurde. Insbesondere die östlichen Nachbarländer scheinen für die Ermittler interessant zu sein. Staatsanwalt Martin Glage sagte der „Bild“: „Die Vorratsdatenspeicherung ist in einigen Staaten großzügig geregelt und es gibt längere Speicherfristen.“