Viel Schaum um nichts

"Die Launen der Marianne"

DORTMUND Alle lieben Marianne, doch die schöne Frau zickt ´rum. Als eine Rutschpartie hat Jonas Fischer Alfred de Mussets Tragikomödie "Die Launen der Marianne" im Studio des Dortmunder Schauspielhauses inszeniert - und der Kammerspiel-Spaß erntete bei der Premiere am Sonntag viel Applaus.

von Von Britta Helmbold

, 03.10.2011, 13:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Streit im Schaumbad: Marianne (Bettina Lieder) mit Gatte (Randolph Herbst).

Streit im Schaumbad: Marianne (Bettina Lieder) mit Gatte (Randolph Herbst).

Ausstatterin Larissa Hartmann scheint ein Faible für Kisten zu haben: In der letzten Spielzeit ließ sie Brechts "Kleinbürgerhochzeit" in einer großen spielen, jetzt hat sie für die vier Protagonisten vier kleine an den Bühnenseiten aufgebaut - und Regisseur Fischer versteht es, die Puppen tanzen bzw. rutschen zu lassen, setzt mehr auf Klamauk als auf Text.Kein engelhafter Cupido

So schickt Fischer noch im Halbdunkel seinen mit Schweinsohren und -nase bestückten Cupido grunzend und auf allen Vieren hüpfend über die Bühne - und lässt ihn die Spieler aus den Kisten holen, die alte Geschichte heraus kramen. Musset schrieb sein Stück über die Liebe bekanntlich 1833. Zwar stecken die Mimen in historisch anmutenden Kostümen, doch angestaubt sind sie nicht.Selbstmordversuch mit Lufballon

Zunächst baut Cupido die schöne Puppe Marianne auf, dann zieht er den in sie unglücklich verliebten Coelio aus seiner Kiste - und das Spiel vom Schaumbad der Gefühle beginnt. Sebastian Graf gibt den verschmähten Liebhaber Coelio, dessen Selbstmordversuch mit Hilfe eines Luftballons in Herzform misslingt. Christoph Jöde spielt den gewitzten, lebenslustigen Octave, der beim Werben um Mariannes Gunst für Freund Coelio ihren Reizen erliegt.Spielfreudige Mimen Bettina Lieder ist eine prächtige Marianne, die die zickige Unnahbare mit Teenie-Gesten von heute ebenso überzeugend verkörpert wie die wütende Gattin. Randolph Herbst präsentiert sich gleich mit mehreren Figuren - neben Cupido mimt er mit Perücke Mariannes eifersüchtigen Gatten, Hütchen zeichnen ihn mal als Kurtisane, mal als Kellner aus und mit Schürze erzählt er Sohn Coelio wenig Tröstliches.

Trotz aller Regie-Späße und viel Schaum um nichts - ein Happy End gibt´s auch in Fischers Inszenierung nicht. 

Termine: 9./27.10.; Karten: Tel. (02 31)5 02 72 22. www.theaterdo.de

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