Viele Besucher, weniger Chaos – so ist die Lage im Sauerland und in der Eifel

Winter-Tourismus

Die Appelle der Wintersportregionen von NRW zeigen Wirkung: Einen Ansturm wie am Wochenende zuvor gab es diesmal nicht. Dennoch war die Lage an manchen Orten am Sonntag kritisch.

Winterberg/Hellenthal/Olpe

10.01.2021, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Maßnahmen und Sperrungen scheinen vorerst Wirkung zu zeigen.

Der Andrang in den Ski- und Rodelregionen Eifel und Sauerland hat an diesem Samstag und Sonntag nach Polizeiangaben insgesamt nachgelassen. Dennoch kam es am Sonntag auf einzelnen Parkplätzen bei Bad Münstereifel zu Überfüllung und Platznot. © picture alliance/dpa

Schnee satt, aber diesmal weniger Chaos durch Wintergäste: Im Vergleich zum vorherigen Wochenende hat der Andrang in den Ski- und Rodelregionen Eifel und Sauerland an diesem Samstag und Sonntag nach Polizeiangaben insgesamt nachgelassen. Dennoch kam es am Sonntag auf einzelnen Parkplätzen bei Bad Münstereifel zu Überfüllung und Platznot.

Im Märkischen Kreis musste eine Zufahrt zur Nordhelle bei Meinerzhagen zeitweise gesperrt werden. Dort bildeten sich Staus, und es gab etliche Falschparker in Wohngebieten, sagte ein Polizeisprecher. Polizei und Ordnungsbehörden bezeichneten die Lage diesmal zwar insgesamt als deutlich entspannter als bisher.

In Bad Münstereifel kam es teilweise zu Überfüllung und Platznot.

In Bad Münstereifel kam es teilweise zu Überfüllung und Platznot. © picture alliance/dpa

Ausflügler weichen in andere Gebiete aus

Da in den Höhenlagen überall Schnee liege, seien viele Ausflügler in anderen Gebiete ausgewichen. Die Masse habe sich besser verteilt. Dennoch habe es Uneinsichtige gegeben, die in die verschneiten Landschaften drängten und rodeln wollten.

Am Michelsberg und am Effelsberg nahe Bad Münstereifel sowie in Blankenheim waren Ordnungskräfte im Einsatz und verteilten Flyer zur Corona-Schutzverordnung. Die Lage sei beherrschbar gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Anzeigen wurden nicht gestellt.

Im Sauerland waren noch einige Wanderparkplätze gut gefüllt, auch im Skigebiet Wildewiese gab es etliche Besucher. Insgesamt habe aber wohl die Einsicht in die Appelle der Behörden, der Region fernzubleiben, zur einer entspannteren Situation geführt, hieß es. Außerdem habe sich der Ansturm nicht mehr so auf Winterberg konzentriert, sondern auf viele Orte verteilt.

Entspannte Lage in Winterberg am Samstag

Am Samstag gab es rund um Winterberg so gut wie keinen Verkehr auf den Straßen, sagte eine Sprecherin der Polizei. Vereinzelt waren Autos zu sehen, die an gesperrten Parkplätzen hielten und weitergeschickt wurden, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Ansonsten sei es sehr entspannt gewesen - ohne Andrang oder Staus. Im Tagesverlauf seien an einigen Wanderparkplätzen hinter der gesperrten Zone und den Rodelpisten allerdings einige Tagestouristen unterwegs gewesen. Der Zulauf in Winterberg, Schmallenberg, Sundern und Olsberg habe sich aber in Grenzen gehalten und sei kein Vergleich zum Jahreswechsel, sagte ein Sprecher. Allgemein sei es für einen Samstag sehr ruhig geblieben: „Wir sind sehr zufrieden, wie es gelaufen ist.“

Tagesausflügler verstopfen Straße in der Nordhelle

Am Sonntag hingegen stellte die Polizei 23 Verstöße gegen die Corona-Regeln in Winterberg und Umgebung fest. In der Nordhelle, dem höchsten Berg im Märkischen Kreis, musste die Polizei eine verstopfte Zufahrtstraße sperren. Viele Ortschaften mit schneebedeckten Hügeln und Winterlandschaft seien mehr als ausgelastet gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

„Nach dem Chaos in Winterberg hatten wohl viele die Idee, zu uns zu kommen.“ Mancherorts hätten die Leute auch Absperrungen an Parkplätzen einfach ignoriert.

Die Straßen seien dennoch frei gewesen und es habe keine Verstöße gegen die Corona-Regeln gegeben. Die Lage war demnach unauffällig. Außer ein paar Landwirten, die sich über parkende Autos auf ihren Äckern beschwert hätten, habe es keine Besonderheiten gegeben. In Olpe kam es ebenfalls nur zu einem geringen Aufkommen. Über den Tag seien keine ordnungsrechtlichen Maßnahmen nötig gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Außerhalb der gesperrten Stellen im Skigebiet Fahlenscheid seien ein paar Wiesen mit relativ wenig Menschen belegt gewesen. Auch dort gab es aber keine besonderen Vorfälle.

Wintergebiete waren auf Ansturm vorbereitet

Ein Polizeisprecher wiederholt trotz der eher ruhigen Lage den Appell an die Tagestouristen: „Bleiben Sie zu Hause“. Alle Maßnahmen würden weiterhin gelten. In der Corona-Pandemie sind viele Hänge, Skilifte und Rodelpisten wegen der Hygienevorschriften gesperrt. Auch die nötige Infrastruktur für Tagestouristen wie Parkplätze oder Toiletten sind gesperrt.

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So kündigte die Polizei des Hochsauerlandkreises schon am Freitag wieder verstärkte Kontrollen an. Unterstützt werden die Beamten dabei durch Hundertschaften der Bereitschaftspolizei und einer Reiterstaffel. Bereits am Samstagvormittag waren in Winterberg etwa 20 Fahrzeuge der Polizei vor Ort.

Der Schnee bleibt in NRWs Wintersportregionen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vorerst liegen. Leichter Schneefall sei die kommenden Tage nicht ausgeschlossen, sagte eine Meteorologin am Samstag. Zudem sei es überwiegend kalt und trüb. Die Polizei warnt vor einer erhöhten Schneebruchgefahr. Durch die Schneelast sei mit dem Abbrechen von Baumkronen oder Ästen zu rechnen.

dpa/kar/pst

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