"Vier Jahreszeiten" mit Mutter und ihren Virtuosi

Stargeigerin kam mit Stipendiaten

ESSEN 21 Jahre alt war Anne-Sophie Mutter als sie 1984 mit Karajan Vivaldis "Vier Jahreszeiten" einspielte. Es war ein Meilenstein in der Karriere der Stargeigerin. Den Zyklus konservierte sie danach nur noch einmal 1999 mit einem Solistenensemble aus Trondheim auf CD.

von Von Julia Gaß

, 11.03.2011, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anne-Sophie Mutter.

Anne-Sophie Mutter.

Die 14 Streicher, die den Klassikstar am Donnerstag in der Philharmonie Essen in den vier barocken Violinkonzerten begleiteten, waren genau so alt wie die Solistin, als sie mit Karajan Vivaldi spielte. Sie sind "Mutters Virtuosi", Stipendiaten des Freundeskreises der Anne-Sophie Mutter-Stiftung. Am Schluss galten die stehenden Ovationen des Publikums im ausverkauften Haus in gleichem Maße dem perfekten Geigenspiel der Solistin wie ihren tollen Stipendiaten, von denen einige auf dem Weg zu einer Solistenkarriere sind.Explosionsartig Anne-Sophie Mutter kümmert sich mütterlich um den Konzertnachwuchs, spielte in Augenkontakt mit den halb so alten Streichern, inspirierte, motivierte und hat dafür gesorgt, dass alle ähnlich wie sie phrasieren. Explosionsartig ließ die 47-Jährige Vivaldis Frühling aufblühen, gab dem Sommer milde Süße mit ihrem Vibrato, entfachte Herbststürme und brachte harschen Raureif des Winters zum Klingen. Das alles klang sehr lebendig und munter im Miteinander, etwas hochglanzpolierter als in ihren beiden frühen Aufnahmen, und Mutters perfektionistischer Geigenton schwebte glamourös über dem Kammerorchesterklang ihrer "Virtuosi".Mendelssohns Streichoktett Vor der kaum durch Applaus unterbrochenen Folge der vier Violinkonzerte war die Geigerin im ersten Teil Kammermusikpartnerin ihrer Virtuosi in Mendelssohns Streichoktett, einem Jugendwerk des 16-jährigen Komponisten, das das Ensemble äußerst farbenreich musizierte. Vorweg gab es ein Entdeckung: das erst am Vorabend in Hannover uraufgeführte "Duo concertante" für Violine und Kontrabass des 77-jährigen Penderecki. Mutter spielte das fünfminütige Werk für ein sehr ungleiches Paar mit Roman Patkoló am Bass mit viel spätromantischem Geist und rhythmischem Verve.

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