Vier Menschen in Potsdamer Klinik getötet – Mitarbeiterin festgenommen

Kriminalität

In einer Klinik in Potsdam sind am Mittwochabend vier Leichen entdeckt worden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Eine 51-jährige Mitarbeiterin wurde festgenommen.

Potsdam

29.04.2021, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sanitäter verlassen das Gelände der Oberlinklinik. In einer Potsdamer Klinik sind vier Leichen gefunden worden. Eine 51 Jahre alte Frau sei unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Sanitäter verlassen das Gelände der Oberlinklinik. In einer Potsdamer Klinik sind vier Leichen gefunden worden. Eine 51 Jahre alte Frau sei unter dringendem Tatverdacht festgenommen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

In einer Potsdamer Klinik sind vier Menschen getötet worden. Sie seien durch „schwere, äußere Gewalteinwirkung“ gestorben, wie die Polizei in der Nacht zu Donnerstag bekannt gab. Eine 51 Jahre alte Frau ist laut Polizei festgenommen worden, sie sei dringend tatverdächtig.

Seit kurz vor 21 Uhr seien die Beamten am Oberlinhaus im Stadtteil Babelsberg mit einem Großaufgebot im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ). Neben den vier Toten gebe es auch eine schwer verletzte Person. Zu einem möglichen Tatmotiv konnte die Polizei noch keine weiteren Angaben machen. Bei der festgenommenen Frau soll es sich um eine Mitarbeiterin des Oberlinhauses handeln, so der Polizeisprecher gegenüber der „MAZ“. Tatort ist das Thusnelda-von-Saldern-Haus. Dort werden geistig behinderte Menschen betreut.

Ermittler: „Derzeit finden umfangreiche Spurensicherungen statt“

Was genau den fünf Menschen zugestoßen ist und ob es sich bei allen um Patienten der Klinik handelt, ist auch mehrere Stunden nach dem grausigen Fund noch immer unklar. Bis die Angehörigen verständigt sind, will die Polizei keine Angaben zu den Toten machen. Zum möglichen Motiv lägen noch keine Informationen vor. Ermittelt wird zum Verdacht eines vorsätzlichen Tötungsdelikts.

Der genaue Hergang und die Umstände der Tat seien bislang nicht geklärt. „Derzeit finden umfangreiche Spurensicherungen statt“, heißt es seitens der Ermittler. Kriminaltechniker trugen aus den Kripo-Transportern Koffer in den Neubau, der sich in der Nähe des Eingangs in der Rudolf-Breitscheid-Straße befindet. Einige Zeit später sind hinter den Fenstern mehrerer Zimmer Polizisten in Schutzanzügen zu erkennen gewesen, die Fotos machten. Rechtsmediziner und die Staatsanwaltschaft waren ebenfalls vor Ort. Auch ein Notfallseelsorger hatte das Gebäude betreten.

Die Polizei macht zunächst keine Angaben dazu, in welchem Teil der Klinik sich das Tötungsdelikt ereignete. Zu dem Komplex gehören neben einer Klinik Kitas und Schulen, Arbeitsplätze und Wohnbereiche für Menschen mit Behinderung sowie Beratungsstellen. Der Verein Oberlinhaus beschreibt sich auf seiner Website als diakonisches „Kompetenzzentrum für Teilhabe, Gesundheit, Bildung und Arbeit in der Region Berlin-Brandenburg“. Laut Angaben auf der Website hat die Klinik rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2018 gab es dort 162 Betten.

Die Polizei kündigte weitere Informationen im Laufe des Morgens an.

RND

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