Vom Apostel der Hässlichkeit zum Maler der Moderne

Liebermann-Ausstellung in Bonn

BONN "Max Liebermann - Wegbereiter der Moderne" heißt die Ausstellung, die heute in der Bundeskunsthalle Bonn eröffnet wird. Die Retrospektive mit über 100 Werken schlägt einen Bogen von den naturalistischen Anfängen des 1847 geborenen Malers bis zu seinen vom Impressionismus beeinflussten Freiluftgemälden.

von epd

, 20.04.2011, 18:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Strand bei Noordwijk von Liebermann von 1908.

Strand bei Noordwijk von Liebermann von 1908.

Die Arbeiterin auf dem Rübenfeld stützt sich müde auf ihren Spaten. In erdfarbenen Kleidern scheint sie mit dem Acker zu verschmelzen. Bilder wie diese trugen Max Liebermann Ende des 19. Jahrhunderts den Titel "Apostel der Hässlichkeit" ein. Für naturalistische Darstellungen des Alltags wurde der Maler zunächst scharf kritisiert. "Mir ist eine gut gemalte Kohlrübe lieber als eine schlecht gemalte Madonna", wird der Künstler zitiert und stieß damit geltende Ideen des 19. Jahrhunderts um.Inspiriert in Holland Inspiriert wurde Liebermann in frühen Jahren durch Reisen nach Holland und die Beschäftigung mit Altniederländern. Vom intensiven Studium Frans Hals' zeugt seine Kopie von Hals' "Bohémienne", die in Bonn zu sehen ist. In Holland entstehen auch einige seiner bekanntesten Bilder wie etwa die "Nähschule" von 1877. Einige der bekanntesten Werke wie "Die Gänserupferinnen" fehlen in der Ausstellung. Viele Werke seien nicht transportfähig. Liebermann entwickelt eine Vorliebe für französische Impressionisten, die er auch sammelte und wandt sich unter ihrem Einfluss städtischen Motiven zu. Die Gartenbilder am Ende des chronologischen Rundgangs sind Bindeglied zum zweiten Teil der Schau, dem Garten auf dem Museumsdach. In einer Audio-Lounge hört man Tonaufnahmen, in denen Liebermann aus seinem Leben erzählt.Bundeskunsthalle Bonn: "Max Liebermann - Wegbereiter der Moderne", 21.4.-11.9., Friedrich-Ebert-Allee 4, Di/Mi 10-21 Uhr, Do-So 10-19 Uhr.

www.bundeskunsthalle.de

Lesen Sie jetzt