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Ein Keller für Fledermäuse

Naturschutzbund

VREDEN. Bei Halloween denkt man an Gruselgestalten - dazu zählen für viele von uns auch Dracula und Fledermäuse. In Vreden kümmert man sich in besonderer Weise um diese artenreichen Tiere, denn Fledermäuse sind Insektenfresser.

von von Anne Rolvering

, 02.11.2012
Ein Keller für Fledermäuse

Johannes Thesing vom Vredener Naturschutzbund ist zurzeit mit vielen weiteren fleißigen Helfern an der Baustelle des Fledermauskellers in der Nähe des Berkelsees tätig.

Auf ihrem Speiseplan stehen beispielsweise Stechmücken, Fliegen, Läuse, Falter (unter anderem so genannte Forstschädlinge), Käfer, Maulwurfsgrillen, Maikäfer und Heuschrecken. Eine Fledermaus frisst pro Nacht ein Drittel bis die Hälfte ihres Körpergewichts in Form von Insekten und ist somit das denkbar beste biologische Schädlingsbekämpfungsmittel.

"Die Idee, ein dauerhaftes Fledermaus-Winterquartier zu schaffen, entstand im Jahr 2004. Nach Gesprächen mit der Stadt Vreden konnten wir im August diesen Jahres am Berkelsee mit dem Bau unseres Fledermauskellers beginnen," erzählt Johannes Thesing vom Vredener Naturschutzbund. Die Fledermäuse, die man im Sommer abends in großer Schar am Berkelsee sieht, überwintern laut Thesing bisher in Bocholt in Eiskellern oder in Höhlen des Sauerlandes. Mit Detektoren haben die Naturschützer Messungen über die Zahl und Sortenvielfalt durchgeführt und es wurde auch ein Gutachten erstellt, das bewies, dass acht verschiedene Fledermausarten rund um den Vredener Berkelsee leben.

Verschiedene Kammern

Bei der Stadt Vreden fand das Vorhaben von Johannes Thesing und seine Kollegen Zustimmung und mithilfe der Mitarbeiter des Bauhofes konnte jetzt ein 17 Meter langer Keller mit verschiedenen Kammern gebaut werden, der einen Durchmesser von 1,40 mal 2,40 Meter hat. Die verschiedenen Kammern wurden erstellt, da es dadurch im inneren Bereich unterschiedliche Temperaturzonen gibt, denn die verschiedenen Fledermausarten fühlen sich bei unterschiedlichen Kältegraden wohl.

"Die Betonplatten stammen von einer ehemaligen Brücke. Die Stadt hat diese Elemente angeliefert und die Mitarbeiter des Bauhofes baggerten die Fläche aus und stellten die Elemente auf. Beim Einschalen haben die Mitglieder des Naturschutzbundes geholfen," erklärt Thesing, der froh ist über die große Hilfe der Stadt.

Nistkästen

In der vergangenen Woche wurden im Fledermauskeller Nistkästen aufgestellt. Der Naturschutzbund Münster stellte die Hohlblocksteine zur Verfügung. Zurzeit ist der Naturschutzbund damit beschäftigt, die Böschung anzulegen. Außerdem soll unter der Einflugschneise noch eine Tür befestigt werden.

"Wir hoffen, dass die Fledermäuse im Winter 2013/2014 in unserem Keller überwintern. Nach der Fertigstellung des Kellers werden wir auf dem davor liegendem Gelände eine Blumenwiese mit Obstbäumen anlegen und möchten die Wiese mit Schafen beweiden," kündigen Johannes Thesing, Hans Terwort, Theo Harker, Ludger Sälker, Ludger Gehling und Jan-Gerd Terhürne vom Vredener Naturschutzbund an.

 

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