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Ein würdiges letztes Geleit geben

Friedhof am Antoniusheim

Vielen Vredenern wird er noch nicht aufgefallen sein: Nicht einmal 100 Meter von der Kreisstraße 63 entfernt, aber dennoch ganz ruhig in der Weite Köckelwicks liegt der eigene Friedhof des St. Antoniusheims. Dort finden Bewohner der Einrichtung des Vereins für katholische Arbeiterkolonien für wohnungslose Männer ihre letzte Ruhe.

VREDEN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 23.11.2012

An diesem Freitagmorgen ist Alois Hidding vom Gärtnereiteam der Einrichtung mit der Laubharke im Einsatz auf dem Friedhof. Mehr als 100 Gräber sind dort zu betreuen. Sehr gering ist der Anteil der Gräber, die etwa von Angehörigen gepflegt werden, erzählt Reinhard Heidemann, der Leiter der Einrichtung. Das bringe die Lebensgeschichte der Verstorbenen mit sich. Oft gibt es keine Angehörigen oder Freunde der Bewohner nach einer teils langen Zeit „auf der Straße“.

„Manche Bewohner aber leben auch schon 20, 30 Jahre hier – für die ist hier die Heimat“, betont Annette Vortkamp. Die Mitarbeiterin des St. Antoniusheims und ihre Kollegin Jana Seifert unterstützen den Pastoralreferenten der Einrichtung, Paul Bergmann, auch bei den Beerdigungen. Allen ist wichtig, dass die Verstorbenen ein würdiges letztes Geleit erhalten. Dabei erhält die Einrichtung viel ehrenamtliche Unterstützung, für die sich Reinhard Heidemann und sein Team dankbar zeigen. Aktive der Omega-Initiative kümmern sich regelmäßig um die Bewohner, und in der KAB St. Georg gibt es eine Gruppe von zehn Mitgliedern, die bei der Beerdigung auf dem Weg zum Friedhof den Rosenkranz beten. Das St. Antoniusheim hat einen eigenen Aufbahrungsraum. Zum Gottesdienst zur Beerdigung wird der Sarg mit dem Verstorbenen bewusst durch den Haupteingang des Alten- und Pflegeheims in die Euthymia-Kapelle gebracht, wie Annette Vortkamp betont. Um zu zeigen, dass der Tod auch zum Leben gehört. Eine Stele mit einem Foto des Verstorbenen gibt ebenfalls Gelegenheit zum würdigen Gedenken. Nach der Beerdigung, bei dem Paul Bergmann, ein Geistlicher aus St. Georg oder der evangelischen Kirchengemeinde den Gottesdienst feiern, findet sich der meist kleine Kreis zu einem Kaffee in der Kantine zusammen.

Obwohl der Sozialhilfeträger nach den Buchstaben des Gesetzes aus Steuermitteln die (niedrigeren) Kosten für eine Feuerbestattung der mittellosen Bewohner ohne Angehörige übernimmt, lässt die katholische Einrichtung eine Erdbestattung für ihre Bewohner vornehmen. Die Finanzlücke schließe der Trägerverein, betont Reinhard Heidemann.

  • Zur Historie

Der Friedhof wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Antoniusheims im Juni 1913 angelegt. Zur Höherlegung des Bodenniveaus wurde Erde ausgehoben – der idyllische Weiher der heute denkmalgeschützten neobarocken Anlage entstand so. Die erste Beerdigung fand 1917 statt - das ist aus dem „Beerdigungsregister der Kirchengemeinde St. Antoniusheim“ zu entnehmen, wie es auf dem knapp 100 Jahre alten Buch heißt. Das Buch wird weitergeführt. 524 Namen von Verstorbenen sind aufgelistet, nur wenige wurden auf anderen Friedhöfen bestattet.

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