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Neue Räume für alte Schnitte

Scherenschnittmuseum

Scheren, so spitz wie feinste Nähnadeln, sind die filigranen Werkzeuge, mit denen Kunst aus Papier und Pappe geschaffen wird, die ihresgleichen sucht. 600 der schönsten Expontane, zusammengetragen aus aller Welt vom leidenschaftlichen Sammler Hermann Gebing, sind auf modere und attraktive Art in Deutschlands erstem Scherenschnittmuseum ausgestellt.

VREDEN

, 14.10.2015

"Das muss man sehen, das können die meisten nicht glauben, dass das Scherenschnitte sind", erklärt Museumsinitiator Hermann Gebing. Der 80-Jährige hat Unikate zusammen getragen, 20000 Stück an der Zahl. Werke aus einem indischen Lokal aus Australien als Strohschnitt, Porträtschnitte aus schwarzem Papier, bunte große geschnittene Tierbilder aus China, Landschaften mit 3D-Effekt und präzise Weißschnitte, die so fein sind, dass sie aussehen, als seien sie gehäkelt: Die Vielfalt des Museums ist schier überwältigend und die Schere geht bei der Art der Ausstellungsstücke buchstäblich weit auseinander.

Neue Art der Präsentation

Neu ist vor allem die Art, wie die Stücke in dem frisch umgestalteten, denkmalgeschützten Gebäude, direkt am Marktplatz Vredens, ausgestellt werden. Nichts hängt platt an der Wand, quadratische Würfel geben den gerahmten Exponaten einen dynamischen Touch und die einzelnen quadratischen Elemente lassen sich ausklappen, öffnen oder aufziehen und bieten im Innern beeindruckende Einblicke auf weitere Scherenschnitte in knalligen Farben, aus dem 16. Jahrhundert oder sogar mit Hintergrundbeleuchtung.

"Manche Scherenschnitte sehen aus wie gemalte Gemälde, so genau sind sie geschnitten", ist Gebing auch nach mehreren Jahrzehnten Sammelleidenschaft immer wieder selbst aufs Neue erstaunt. Seine Stücke liebt er so sehr, dass er sich niemals davon trennen würde. "Nicht für eine Million würde ich die verkaufen", schmunzelt der 80-Jährige.

Vitrinen mit sanfter Beleuchtung

Neben den quadratologischen Elementen laden große, sanft beleuchtete Vitrinen ein, die höchsten Besonderheiten zu bewundern. Ein zehnfacher Tetradeeder etwa, der aus 930 Einzelteilen besteht oder ein geschnittener Baum, der gerade mal so groß ist wie eine Ein-Cent-Münze, aber 1000 einzelne Ästchen hat.

Selbst ist Hermann Gebing als Porträt zu sehen, ein Scherenschnitt, zu dem er 1971 überredet wurde, ihn von einem Straßenkünstler für kleines Geld zu kaufen und der seine Leidenschaft weckte. Auch einige eigene Werke, die Gebing gemacht hat, sind ausgestellt. "Ein Künstler bin ich aber nicht", schmunzelt der Sammler.

 

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