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Niederländische Katholiken zu Besuch in Zwillbrock

Keimzelle ihrer Gemeinde

Bunte Ballons stiegenvor der Barockkirche in den Zwillbrocker Himmel. Kinder aus Rietmolen, einem Ort zwischen Neede und Haaksbergen (Teil der Gemeinde Berkelland) hatten die Luftballons steigen lassen. Diese Aktion war Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten der katholischen Gemeinde in Rietmolen: Zum 4. November 1712 hat Fürstbischof Franz-Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht die Erlaubnis gegeben, dass die Minoriten aus Zwillbrock Gottesdienst auf einem Bauernhof feiern durften

VREDEN

06.09.2012

Das wird nun, 300 Jahre später, gefeiert. Mit dem Rad waren Schulkinder und ihre Eltern am Sonntag von Neede nach Zwillbrock geradelt – zur Keimzelle ihrer Gemeinde. Dort wurden sie von Vertretern des Freundeskreises Barockkirche Zwillbrock empfangen. Vorsitzender Frits Oostrik aus Borculo, Guido Leeck aus Vreden und Johan Vennevertloo in einer Doppelfunktion als Vorstandsmitglied und Gemeindemitglied aus Rietmolen hießen die niederländischen Gäste willkommen. Die Gemeinde St. Franziskus-Zwillbrock un der Freundeskreis werden in die Jubiläumsfeierlichkeiten miteinbezogen. So ist geplant, am 7. Oktober das Licht von Zwillbrock nach Rietmolen zu bringen. Beim Festhochamt am 4. November in Rietmolen soll unter Beteiligung des Kirchenchors aus Zwillbrock gefeiert werden.

Am Sonntag konnten sich die Gäste aus Rietmolen anhand einer vom Freundeskreis vorbereiteten Tafel mit Texten und Bildern über die gemeinsame Geschichte informieren: Die Minoritenpatres des Klosters Bethlehem in Zwillbrock gründeten 1712 die Missionsstation auf dem Bauernhof „De Reetmole“, gelegen zwischen Neede und Haaksbergen, woraus im 19. Jahrhundert die Pfarrgemeinde und das Kirchdorf Rietmolen entstanden. Geheime Gottesdienste Zuvor, von 1616 bis 1635, hatten die Katholiken aus den Niederlanden geheime Gottesdienste auf dem Schloss t‘ Bloo bei Neede besucht, nach 1635 wurden Gottesdienste auf verschiedenen Bauernhöfen abgehalten. Die protestantische Obrigkeit verbot dieses unter Androhung hoher Geldstrafen. Von 1665 bis 1672 – als Bischof Christoph Bernhard von Galen einige Orte im Gelderland und Overijssel erobert hatte– waren dieser Orte wieder katholisch. Aber nur bis 1674: Da mussten sich die münsterschen Truppen zurückziehen. 1712 dann richteten die zwillbrocker Patres in der Bauerschaft ‘n Brookn eine Missionsstation ein. Der Hof wird zum – zu dieser Zeit – einzigen katholischen Zentrum in Nordosten der Niederlande.

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