Warhol-Werke kommen in der Nacht zu Donnerstag unter den Hammer

Neuer Fall

Um 0.30 Uhr deutscher Zeit bei Christie's in New York die Versteigerung von 82 Kunstwerken, zu denen auch die beiden frühen Bilder von Andy Warhol aus dem Besitz des NRW-Casino-Betreibers Westspiel gehören. Dazu gibt es Pro- und Contra-Stimmen. Und es ist ein neuer Fall von Kunst versteigert. Westspiel gehört indirekt dem Land Nordrhein-Westfalen. Der geplante Kunstverkauf hat einen Streit zwischen der Kulturszene und der rot-grünen Landesregierung ausgelöst. Es gibt Argumente für und gegen den Verkauf. Und es wurde ein neuer Plan zum Verkauft landeseigener Kunst in NRW. Anders als im Fall Warhol waren aber Museen in die Diskussion einbezogen.

Düsseldorf

12.11.2014, 06:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei Gemälde aus dem Besitz von Westspiel kommen in der Nacht zu Donnerstag (13.11.) unter den Hammer.

Zwei Gemälde aus dem Besitz von Westspiel kommen in der Nacht zu Donnerstag (13.11.) unter den Hammer.

Der Fall unterscheidet sich von dem umstrittenen Verkauf von zwei millionenschweren Warhol-Bildern aus dem Besitz der angeschlagenen NRW-Bank-Tochter Westspiel. In der Nacht zu Donnerstag (13.11.)  werden die Warhol-Siebdrucke in New York versteigert. In die Verkaufspläne waren weder NRW-Museen noch die Kulturpolitik einbezogen worden. Eine Übernahme der Bilder durch Museen stand nicht zur Debatte. Westspiel will mit dem Erlös den Spielbanken-Betriebs sanieren.

Der Erlös aus dem Verkauf der Polke-Bilder hätte dagegen gezielt in eine Stiftung zur Förderung junger Künstler fließen sollen. Die Bank hatte den Angaben zufolge ihr Kunstkonzept im Jahr 2010 verändert und die Förderung junger Künstler ins Zentrum gestellt. Zuvor hatte das Institut auch Werke bekannter Künstler wie etwa die beiden großformatigen Polke-Bilder gekauft. Die NRW.Bank besitze rund 60 Kunstwerke und Werkgruppen mit einem Gesamtwert im einstelligen Millionenbereich, sagte die Sprecherin. Dazu gehörten auch Grafikeditionen, Deko-Kunst und Werke von Kunststudenten.

Zu der Sammlung zählten keine Werke aus dem Besitz der 2002 aufgespaltenen Westdeutschen Landesbank. Das Polke-Bild „Hüter der Schwelle“ hängt künftig als Dauerleihgabe im LWL-Museum Münster, das mit dem kürzlich eröffneten Neubau nun über zusätzlichen Ausstellungsraum verfügt. Polkes Bild „Primavera“ werde die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf bekommen. Auch weitere aktuell eingelagerte Werke sollen als Dauerleihgaben an NRW-Museen übergeben werden, sagte die Sprecherin.

Die am Donnerstag anstehende Versteigerung von zwei Warhol-Bildern, die früher im Casino Aachen hingen und seit 2009 eingelagert sind, hatte eine heftige Debatte über den Umgang mit Kunst in Unternehmen in NRW ausgelöst. Kritiker sprechen von einem „Ausverkauf der Kunst des Landes“ und einem „Tabubruch“.

Befürworter halten dagegen, dass Westspiel, eine 100-prozentige Tochter der NRW.Bank, ein eigenständiges Unternehmen sei, das aus eigener Kraft aus der Verlustzone herauskommen müsse.

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Kürzlich war zudem durch einen Bericht der „Rheinischen Post“ bekanntgeworden, dass die WestLB 2006 ein Gemälde von Max Beckmann verkauft hatte.

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