"Was ist mit Monday passiert?" malt düstere Zukunft

Im Kino

Die Ausgangsidee des SciFi-Dramas "Was ist mit Monday passiert?" des Norwegers Tommy Wirkola ist nicht übel. Sie malt das Bild eines Polizeistaats der Zukunft, der seine Bürger hart anfasst. Es gilt strikte Ein-Kind-Politik: Jedes weitere Kind wird den Eltern genommen und in Kälteschlaf versetzt, bis Mutter Erde wieder Nahrung für alle hat.

DORTMUND

16.10.2017, 16:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Was ist mit Monday passiert?" malt düstere Zukunft

Noomi Rapace spielt alle Schwestern und sitzt dank Tricktechnik mit sich selbst am Tisch.

Willem Dafoe spielt einen Großvater von Siebenlingen, der das Verbot umgeht und in der Wohnung sieben Enkeltöchter aufzieht. Sie heißen Monday, Tuesday, Wednesday, jede nach einem Wochentag. Am Namenstag hat jeweils eine der jungen Frauen Ausgang, sie teilen sich eine Identität, sogar den Job in einer Bank. Abends erzählt die Freigängerin den anderen, was tagsüber Wichtiges passiert ist.

Die tägliche Maskerade ist der Clou der Geschichte

Die tägliche Maskerade und ihre Implikationen sind eindeutig der Clou der Geschichte. Waren wir mit dem Wachmann per Du? Vorsicht ist geboten. Die eineiigen Siebenlinge leben versteckt wie Anne Frank, bedroht von den Schergen der Kinder-Regulierungs-Behörde. Die wird von einer kalten Technokratin geführt, verkörpert von der reptilienhaft geschminkten Glenn Close, die in dieser Maske auch eine KZ-Aufseherin spielen kann.

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Die Schwestern haben eine Routine entwickelt, die versagt, als Monday nicht nach Hause kommt. Daher der Filmtitel: Was ist mit Monday passiert? Jetzt kippt das Gedankenexperiment und „Gesellschaftsspiel“ in einen Action-Thriller. Eine Schwester macht sich auf die Suche, ein Greifkommando stürmt die Wohnung, den Rest des Films kämpft Noomi Rapace gegen Killer in Uniform.

Eine taffe Amazone, die buchstäblich sieben Leben hat

Seit den Filmen nach Stieg Larsson („Verblendung“) hat sie das Image der Kriegerin, auch Tommy Wirkola setzt sie als taffe Amazone ein, die buchstäblich sieben Leben hat. Von ambitionierter Science Fiction bleibt wenig übrig, als der Film zur Ballerei mit B-Movie-Optik wird. Inszenatorisch okay, oft aber vorhersehbar und mit ärgerlich löchriger Logik. Noomi Rapace immerhin schlägt sich wacker. Als elegante Blondine, flippiges Partygirl, drahtige Sportlerin, nerdiger Computerfreak. Mehr Rapace in einem Film geht nicht.