Wegen Blutgerinnseln: Dänemark verhängt zweiwöchigen Impfstopp für Astrazeneca

Coronavirus

In Dänemark wurde die Verabreichung des Impfstoffes Astrazeneca pausiert. Grund sind schwere Blutgerinnsel bei geimpften Personen. Die Zusammenhänge sollen jetzt untersucht werden.

Kopenhagen

11.03.2021, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen Blutgerinnseln ist für den Impfstoff Astrazeneca in Dänemark ein Impfstopp verhängt worden

Wegen Blutgerinnseln ist für den Impfstoff Astrazeneca in Dänemark ein Impfstopp verhängt worden © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

In Dänemark wird vorübergehend niemand mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca geimpft. Grund dafür seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung am Donnerstag mit.

Todesfall in Dänemark - Zusammenhang bisher unklar

Die Vorfälle sollen jetzt genau untersucht werden. Die europäischen Arzneimittelbehörden hätten vor dem Hintergrund eine Untersuchung des Impfstoffes eingeleitet. Ein Bericht beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe.

„Es ist schon früher häufiger vorgekommen, dass man die Impfungen zwischenzeitlich pausiert hat“, sagte Richard Bergström, Schwedens Nationaler Impfkoordinator, dem schwedischen Radiosender Ekot. „In Österreich gab es soweit ich weiß vergangene Woche mehrere Fälle. Aber dort nahm man die Impfungen dann wieder auf, nachdem man die Angelegenheit untersucht hatte“, so Bergström. „Wir werden sehen, was die Ema-Untersuchungen ergeben werden. Es ist wichtig, das Ganze behutsam anzugehen und im Zweifel lieber einmal innezuhalten.“

Impfstopp nur als Vorsichtsmaßnahme

Regierungschefin Mette Frederiksen bestätigte vor Reportern vor einem Krankenhaus im dänischen Herlev, dass die Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffes pausiert werde. Diese Nachricht sei ärgerlich, da man unheimlich abhängig davon sei, dass alle geimpft würden. Gesundheitsminister Magnus Heunicke sprach ebenso wie die Gesundheitsverwaltung von einer Vorsichtsmaßnahme. Die Vorfälle sollten gründlich untersucht werden, schrieb er auf Twitter.

Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern, danach wird geschaut, wie es weitergeht. Es sei wichtig, zu unterstreichen, dass man den Astrazeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.

Mittlerweile sollen sich zudem, so skandinavische Medien, fünf weitere Länder den Vorsichtsmaßnahmen angeschlossen und die Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin ausgesetzt haben. Dabei handle es sich laut der norwegischen Nachrichtenagentur NTB um Österreich, Estland, Lettland, Litauen und Luxemburg.

Astrazeneca verzeichnet die meisten Nebenwirkungen

Im EU-Land Dänemark mit seinen gut 5,8 Millionen Einwohnern haben bislang rund 560.000 Menschen ihre erste Corona-Impfdosis erhalten, knapp 220.000 auch ihre zweite. Bisher haben etwa 142.000 Menschen ihren ersten Stich mit dem Astrazeneca-Stoff bekommen. Bei mehr als 70 Prozent der bislang verabreichten Impfungen kam das Vakzin von Pfizer/Biontech zum Einsatz, bei vier Prozent das von Moderna. Die Impfkampagne ist in Dänemark zügiger als in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas angelaufen.

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Nach Angaben der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ zeigten die Zahlen des schwedischen Arzneimittelamtes, dass das Vakzin von Astrazeneca die proportional meisten gemeldeten Nebenwirkungen verzeichne. Von 85.000 Geimpften hätten 3281 die Behörden von Nebenwirkungen in Kenntnis gesetzt. Bei Pfizer/Biontech waren es 3929 Meldungen auf 443.000 Impflingen, bei Moderna 466 auf 40.000 Impfungen. Überwiegend habe es sich dabei allerdings um Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schwindelsymptome gehandelt.

Am Abend (11. März) wurde bekannt, dass in Deutschland weiterhin mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft werden soll.

RND

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