Wegen Corona-Krise: AfD fordert Feldarbeit für Schüler und Studenten

Coronavirus

Weil den deutschen Bauern Saisonarbeiter fehlen, will die AfD nun Schüler und Studenten zur Feldarbeit einsetzen. Ob es eine Bezahlung geben soll, sei noch nicht klar.

Berlin

26.03.2020, 15:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Götz Frömming (AfD) will Schüler als Erntehelfer einsetzen.

Götz Frömming (AfD) will Schüler als Erntehelfer einsetzen. © picture alliance/dpa

Die AfD will die wegen der Ausbreitung des Coronavirus fehlenden Landarbeiter aus Osteuropa durch Schüler und Studenten ersetzen. „Schüler ab der 10. Klasse und Studenten sind bestens geeignet, um in der Landwirtschaft auszuhelfen“, sagte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming. Schließlich habe man damit in Deutschland in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht.

„Pädagogisch sinnvoll“

Auch aus pädagogischer Sicht wäre die „Abordnung“ der Schüler unter Begleitung ihrer Lehrer zum Arbeitseinsatz auf dem Acker sinnvoll, sagte Frömming, der von Beruf selbst Lehrer ist. Denn durch die Schließung von Schulen und anderen Einrichtungen der Jugend- und Bildungsarbeit „fällt vielen jungen Menschen zu Hause sprichwörtlich die Decke auf den Kopf“.

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Die Arbeit an der frischen Luft - bei der die Infektionsgefahr bei Einhaltung des Mindestabstandes sehr gering wäre - könnte da eine „willkommene Abwechslung“ bieten. Ob es für die Feldarbeit eine Bezahlung geben sollte, müssten die Schulen dann individuell aushandeln, erklärte ein AfD-Sprecher.

Durch die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Einreisebeschränkungen fehlen in der deutschen Landwirtschaft aktuell bis zu 300.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa. Das Bundeslandwirtschaftsministerium und Agrarverbände suchen deshalb - auch über Plattformen im Internet - bundesweit nach Aushilfskräften.

Nach dem Vorbild der DDR: Kartoffelferien

In der DDR waren Schüler und Studienanfänger regelmäßig zum Ernteeinsatz herangezogen worden. Auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik hießen die Herbstferien früher auch „Kartoffelferien“, weil mancherorts bis in die 1960er-Jahre auch Schulkinder aus der Stadt - gegen ein geringes Entgelt - bei der Ernte halfen.

RND/dpa

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