Weiteres Urteil im Missbrauchsfall Münster: 35-Jähriger muss mehrere Jahre hinter Gittern

Landgericht Münster

Im Missbrauchskomplex Münster ist ein weiteres Urteil gefallen. Ein 35-Jähriger hat bei drei Gelegenheiten einen heute elfjährigen Jungen schwer sexuell missbraucht. Er gesteht seine Taten.

Münster

07.05.2021, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Absperrband umgibt das Grundstück in einer Kleingartenkolonie am Stadtrand von Münster mit einer Gartenlaube, von der man hier die Rückseite sieht. Die Laube ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters in einem Missbrauchsfall.

Absperrband umgibt das Grundstück in einer Kleingartenkolonie am Stadtrand von Münster mit einer Gartenlaube, von der man hier die Rückseite sieht. Die Laube ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters in einem Missbrauchsfall. © picture alliance/dpa

In einem Prozess aus dem Missbrauchskomplex Münster ist ein 35-Jähriger aus Heiligenhaus (Kreis Mettmann) zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Angeklagte vor mehr als einem Jahr bei drei Gelegenheiten einen heute 11-jährigen Jungen schwer sexuell missbraucht hat - gemeinschaftlich mit dem Ziehvater des Jungen, der in einem gesonderten Prozess ebenfalls vor dem Landgericht Münster steht.

Der Angeklagte aus dem Kreis Mettmann hatte zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt und damit dem Opfer eine Aussage erspart, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Prozess, der in weiten Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, war damit bereits am dritten Verhandlungstag zu Ende gegangen. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer am Donnerstag sechs Jahre Haft, die Verteidigung viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert.

Über 40 Tatverdächtige im Missbrauchskomplex Münster

Im Frühsommer war durch Ermittlungen in einer Gartenlaube in Münster ein Fall von Kindesmissbrauch mit ausufernden Dimensionen aufgedeckt worden. Als Dreh- und Angelpunkt gilt ein 28-Jähriger IT-Techniker aus Münster, der den Sohn seiner Lebensgefährtin immer wieder selbst vergewaltigt, ihn aber über das Internet auch anderen Männern angeboten und für schlimme sexualisierte Gewalttaten überlassen haben soll - so auch im Fall des nun verurteilten Täters aus Heiligenhaus.

Im Tatkomplex Münster gibt es über 40 Tatverdächtige, von denen rund 30 in Untersuchungshaft oder Haft sitzen. Etwa 30 Kinder sollen Opfer geworden sein. Der Prozess gegen den IT-Techniker und vier weitere Menschen auf der Anklagebank geht derzeit mit dem Vortrag von Sachverständigengutachten zu den Angeklagten auf sein Ende zu. Die Verhandlungen finden zum Schutz der Opfer größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

dpa

Lesen Sie jetzt

Ein 35-Jähriger wird angeklagt. Er soll einen Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben. Bei dem Kind handelt es sich um den Ziehsohn des Haupttäters in dem Missbrauchskomplex in Münster.

Lesen Sie jetzt