Wenn statt Liebe Chaos das Leben beherrscht

Schauspiel Bochum

Mathias behauptet, noch nie verliebt gewesen zu sein. Cleo läuft vor allem davon, was Bindung bedeutet. Heinz wagt nach 20 einsamen Jahren, noch einmal an eine Zukunft zu glauben. Pia kann die Gegenwart nicht ertragen. Vier von sieben Figuren, die sich in Laura Naumanns neuem Stück begegnen. "Manchmal hat die Liebe regiert und manchmal einfach niemand" ist der schöne und vielsagende Titel des Werks, das die Autorin im Auftrag des Schauspielhauses Bochum geschrieben hat.

BOCHUM

, 19.09.2016, 11:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alle suchen Liebe in Laura Naumanns Theaterstück, das in Bochum uraufgeführt worden ist.

Alle suchen Liebe in Laura Naumanns Theaterstück, das in Bochum uraufgeführt worden ist.

Bei der Uraufführung der Inszenierung von Jan Gehler am Sonntag in den Kammerspielen konnte sie sich dafür den Applaus des Publikums abholen. Was bedeutet Glück? Wie will ich leben, was bedeutet Glück, wie wollen wir uns selbst darstellen - um diese Fragen dreht sich das Stück unterhaltsam und pointiert. Sie alle suchen die Liebe, doch meist beherrscht eher das Chaos ihr Leben, scheint das Leben, das sie haben wollen, in weiter Ferne.

In einer Montage aus Szenen stehen am Anfang Statements der einzelnen Figuren - wer sie sind, wovon ihre Träume handeln. Erst im Laufe des knapp zweistündigen Abends werden die Beziehungen zwischen ihnen klar. Das Bühnenbild, eine hölzerne Konstruktion, veranschaulicht das sehr gut.

Jeder ist mit jedem verbunden

Es gibt keine Hauptfiguren. Jeder ist irgendwie mit jedem verbunden. Pia (Veronika Nickl), die im Urlaub auf Rhodos eben noch die käufliche Liebe von Mathias (Torsten Flassig) gesucht hat, kämpft zu Hause, nur mäßig unterstützt von ihrem Mann Tom (Michael Kamp), gegen die Lehrerin ihrer Tochter (Therese Dörr), die wiederum unter der Trennung von Cleo (Karolina Horster) leidet.

Deren Nachbarn sind Heinz (Manfred Böll) und die Ukrainerin Alina (Jana Lissovskaja), bei denen noch am ehesten die Liebe regiert.

Ernst Fragen

Immer wieder spielen sie gedanklich andere Varianten ihres Lebens durch. Immer wieder wird deutlich, welche Verletzungen sie mit sich herumtragen. Laura Naumann stellt ernste Fragen, die von dem Ensemble mit Leichtigkeit und Spielfreude auf die Bühne gebracht wurden.

  21./25.9., 3./16./21./30.10. Karten: Tel. (0234) 33 33 55 55

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