Wer im Dezember kostenlos FFP2-Masken bekommt

Coronavirus

Wer zur Corona-Risikogruppe gehört, kann sich noch im Dezember drei FFP2-Masken in einer Apotheke abholen. Doch anspruchsberechtigt sind immerhin mehr als 27 Millionen Menschen in Deutschland.

Berlin

10.12.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommt mit einer FFP2-Maske zu einer Pressekonferenz in seinem Ministerium.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommt mit einer FFP2-Maske zu einer Pressekonferenz in seinem Ministerium. © picture alliance/dpa

Fragte man in den vergangenen Wochen Verantwortliche im Gesundheitswesen nach dem Plan von Bund und Ländern, Risikogruppen mit 15 FFP2-Masken zu versorgen, war „irre Schnapsidee“ noch eine eher zurückhaltende Antwort. Denn was sich so einfach anhört, ist ein hochkompliziertes Unterfangen.

Das merkten auch die Mitarbeiter von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schnell. Immer wieder musste die Vorlage der dafür nötigen Rechtsverordnung verschoben werden. Am Mittwoch hat Spahn nun eine Lösung präsentiert – und sie ist tatsächlich reichlich kompliziert: Die Verordnung hat immerhin 20 Seiten.

Patienten mit Vorerkrankungen

Vor zwei Herausforderungen standen die Beamten: Wie kann man gewährleisten, dass tatsächlich nur die wirklichen Risikogruppen versorgt werden? Und wie wird sichergestellt, dass es keine Betrügereien gibt? Beides ist nicht trivial, schließlich hatte das höchste Entscheidungsgremium der gesetzlichen Krankenversicherung, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), 27,3 Millionen Anspruchsberechtigte ausgemacht- ein Drittel der Bevölkerung. Zu ihnen gehören nicht nur alle Menschen über 60, sondern auch viele chronisch Kranke.

Zu den Anspruchsberechtigten zählt der G-BA Menschen mit Diabetes Typ II, Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz, mit Asthma und Schlaganfall, der Lungenkrankheit COPD, Organtransplantierte oder Frauen mit einer Risikoschwangerschaft. Auch Krebspatienten sollen berücksichtigt werden.

Fälschungssichere Gutscheine

Wer zu dieser Gruppe gehört, müssen die Kassen nun mit einem komplexen Datenabgleich herausfinden, denn sie verfügen nicht über die Diagnosen der Ärzte. Auch die Frage, wie man gewährleistet, dass jeder Betroffene das Kontingent nur einmal abholt, bereitete Kopfzerbrechen. Eine der (verworfenen) Ideen: Ein in die Versichertenkarte gestanztes Loch.

Die von Spahn nun vorgestellte „pragmatische“ Lösung verzichtet im ersten Schritt auf besondere Nachweise oder Gutscheine: Wer zur Risikogruppe gehört, kann sich noch im Dezember kostenlos drei Masken in einer Apotheke abholen. Das Alter kann dort anhand des Ausweises überprüft werden.

Kennt der Apotheker den Patienten, weiß er in der Regel auch, welche chronischen Erkrankungen vorliegen. Wenn nicht, soll der Apotheker durch eine Befragung herausfinden, ob alles seine Richtigkeit hat.

Ab Januar erhalten die von den Kassen ermittelten Anspruchsberechtigten dann Post mit zwei fälschungssicheren Coupons für je sechs weitere Masken. Der erste kann bis 28. Februar in einer Apotheke eingelöst werden, der zweite zwischen dem 16. Februar und dem 15. April. Fällig ist dann aber eine geringe Zuzahlung von zwei Euro je Sechser-Pack. Die Regelungen gelten auch für Privatversicherte.

„Kein 100-prozentiger Schutz“

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft. Bei Tests müssen sie mindestens 94 Prozent von Testaerosole herausgefiltert haben. Spahn mahnte dennoch zur Vorsicht: „Auch FFP2-Masken bieten keinen 100-prozentigen Schutz für das Corona-Virus. Aber sie senken die Gefahr für eine Ansteckung erheblich.“ Nachdem immer mehr dieser Masken in Deutschland hergestellt würden, könne der Bedarf nun vor allem aus inländischer Produktion gedeckt werden, sagte der CDU-Politiker.

Die Aktion, bei der insgesamt 400 Millionen Masken verteilt werden, kostet den Bund 2,5 Milliarden Euro. Dabei wird eine Maske mit sechs Euro angesetzt. Das Geld ist bereits im Haushalt eingeplant.