Wichtige Medikamente nicht verfügbar: Apotheken kämpfen weiter mit Lieferengpässen

Arzneimittel

Im vergangenen Jahr waren 16,7 Millionen Produkte in den Apotheken nicht verfügbar. Am stärksten von Lieferproblemen betroffen waren Blutdrucksenker, Magensäureblocker und Schmerzmittel.

Berlin

21.04.2021, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im vergangenen Corona-Jahr 2020 waren viele Medikamente in den Apotheken nicht verfügbar. Auch in diesem Jahr kämpfen die Pharmazeuten weiter mit Lieferengpässen.

Im vergangenen Corona-Jahr 2020 waren viele Medikamente in den Apotheken nicht verfügbar. Auch in diesem Jahr kämpfen die Pharmazeuten weiter mit Lieferengpässen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Den Apotheken machen weiter Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln zu schaffen. Im vergangenen Jahr waren 16,7 Millionen Produkte nicht verfügbar, für die es Rabattverträge mit den gesetzlichen Kassen gibt, wie eine Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes für den Deutschen Apothekerverband (DAV) ergab. Das waren etwas weniger als 2019 mit 18 Millionen Packungen.

Am stärksten von Lieferproblemen betroffen waren unter anderem Blutdrucksenker, Magensäureblocker und Schmerzmittel. Insgesamt gaben die Apotheken demnach im vergangenen Jahr 643 Millionen Arzneimittel auf Rezept auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen ab.

Lieferengpässe sind nicht unüblich

Die Lage etwas entschärft hätten rechtliche Erleichterungen bei der Auswahl von Ersatzmedikamenten wegen der Corona-Krise. „Diese pharmazeutische Beinfreiheit beim Einsatz vorrätiger Medikamente sollte unabhängig von der Pandemie erhalten bleiben“, sagte der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich. „Lieferengpässe waren schon vor Corona da, und es wird sie auch danach geben.“

Apotheken hätten jeden Tag personellen und logistischen Aufwand, um Patienten mit gleichwertigen Austauschpräparaten zu versorgen, wenn ein bestimmtes Medikament eines Herstellers nicht lieferbar ist. In der Pandemie sei dies schwieriger geworden, da zur Reduzierung von Kontakten wiederholte Apothekenbesuche vermieden werden sollten.

RND