Wie ein Stuttgarter Abiturient Klavierliebhaber zum Toben brachte

Klavier-Festival Ruhr

An gutem Nachwuchs mangelt es im Klavierspiel nicht. Jedenfalls konnte man diesen Eindruck beim Preisträgerkonzert "Ausgezeichnete Kinder" des Klavier-Festivals Ruhr bekommen. In der Philharmonie Essen zeigten die ganz jungen Virtuosen, was sie an den Tasten so alles können. Ein Abiturient aus Stuttgart brachte den Saal sogar zum Toben.

ESSEN

, 15.05.2015, 12:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ausgezeichnete Kinder beim Klavier-Festival Ruhr: (v.l.) Viktor Soos, Jolana Both, Marielle Gaßner, Jan-Aurel Dawidiuk, Martin Birnbach, Leandro Lupu, Milo Tieu, Rosalie Katjana Schüller, Kerstin Tang, Anny Chen.

Ausgezeichnete Kinder beim Klavier-Festival Ruhr: (v.l.) Viktor Soos, Jolana Both, Marielle Gaßner, Jan-Aurel Dawidiuk, Martin Birnbach, Leandro Lupu, Milo Tieu, Rosalie Katjana Schüller, Kerstin Tang, Anny Chen.

Den Anfang machte der Dortmunder "van Bremen-Klavierwettbewerb", der zusätzlich Sonderpreise fürs vierhändige Spiel auslobte. Bei "Jugend musiziert" nun gibt es 2015 statt der Soloklavier- gar nur die Duo-Kategorie. Das wirkte sich am Himmelfahrts-Donnerstag auch aufs Preisträgerkonzert "Ausgezeichnete Kinder" des Klavier-Festivals Ruhr in der Philharmonie Essen aus.

Neben vier Klavierduos traten nur zwei Solisten auf. Hatten sich die Duos im März in unterschiedlichen Altersgruppen erste Preise beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" erspielt, so waren die Solopianisten erst vor zwei Wochen beim "Rotary Klavierwettbewerb Jugend" in Essen erfolgreich gewesen.

Wirkungsvolle Tänze

Die elfjährige Anny Chen aus Oberhausen und ihre ein Jahr jüngere Partnerin Kerstin Tang aus Duisburg harmonierten prächtig in einer Casella-Polka und einer Dvorak-Legende. Die beiden "Kölschen Jungs" Leandro Lupu und Martin Birnbach trugen den fünften "Ungarischen Tanz" von Brahms und einen Piazzolla-Tango wirkungsvoll vor. Milo Tieu und Rosalie Katjana Schüller aus Essen boten Auszüge aus einer Reinecke-Sonate als schwärmerische Romantik und beeindruckten mit dem Glissando-Klangstück "Imbalances II" von Olav Lervik.

Freunde der Kinderzeit

Die seit Kindergartentagen befreundeten Marielle Gaßner und Jolana Both aus Neuss machten das effektvolle, mit Jazzelementen gewürzte Concertino über zwei russische Themen von Alexander Rosenblatt zum schmissigen Rausschmeißer.

Der 14-jährige Hannoveraner Jan-Aurel Dawidiuk verdeutlichte mit feinem, klaren, voll in seinen Bann ziehenden Vortrag der c-Moll-Toccata, warum er damit auch den Bach-Sonderpreis beim Rotary-Wettbewerb gewonnen hat. Der aus Backnang bei Stuttgart angereiste Abiturient Viktor Soos aber brachte den Saal zum Toben, indem er Liszts hochvirtuose Glöckchen-Etüde "La Campanella" scheinbar unangestrengt aus dem Ärmel schüttelte.