Wie sich die Bilder des Krieges gleichen

Schumacher in Hagen

Wie sich die Bilder gleichen. 1946 schuf Emil Schumacher eine Reihe von Holzschnitten mit dem Titel "Bombenangriff auf eine Stadt". Zu sehen sind getötete Menschen, eine Feuersbrunst, im Vordergrund eine ganz und gar verzweifelte Figur. Wer derzeit abends den Fernseher anschaltet, sieht genau dieselben Motive - in der Ukraine, in Syrien, überall.

Hagen

, 19.02.2015, 19:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schumachers »Bombenangrif auf eine Stadt".

Schumachers »Bombenangrif auf eine Stadt".

Diese Aktualität ist tragisch und bedrückend. Sie macht aber die neue Ausstellung "1945 - Wiedersehen in den Trümmern" im Emil-Schumacher-Museum Hagen auch tief bewegend und aktuell. Anlass ist der 70. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1945. Diesen Tag erlebte Emil Schumacher, der später international hochgeehrte Maler, in seiner Heimatstadt. Wegen eines Gehörleidens war ihm das Soldatenschicksal erspart geblieben. Doch den Horror skizzierte er in der Heimat.

Große Meisterschaft kündigt sich an

"Nach einem verheerenden Angriff mit einer Phosporbombe gingen wir zu einem Bunker, der getroffen worden war. Überall lagen Tote", erinnert sich der Sohn Ulrich Schumacher, der gemeinsam mit Museumsleiter Rouven Lotz die sehenswerte Schau gestaltet hat. Die große Meisterschaft Emil Schumacher zeigt sich darin, wie klug abstrahiert und allgemeingültig die Grafiken und Gemälde sind - und wie sich spätere Meisterstücke hier schon ankündigen. Der Nachkriegszeit gewann der Künstler dann sogar heitere Aspekte ab: Stillleben bestehen hier aus karger Kost, alte Männer meckern über die gerade mal 1000 Kalorien, die damals jedem pro Tag zustanden.

Emil Schumacher Museum Hagen: "1945 - Wiedersehen in den Trümmern", 22.2. (Eröffnung 11.30 Uhr)-7.6., Di-So 11-18 Uhr. Zu empfehlen ist der kombinierte Besuch mit der Hundertwasser-Schau (bis 10.5.).

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