Wie zwei Dortmunder ihre Hochzeit finanzieren wollen

Verrückte Idee

Eigentlich ist es ein romantischer Anlass. Doch Hochzeiten werden von hohen Kosten überschattet: Brautkleid und Anzug, Raum und Buffet - und die Gästeliste wird auch immer länger. Um sich das alles trotz schmalem Budget zu ermöglichen, haben Sandra und Hendrik Giebel eine besondere Idee. Wir haben mit den beiden gesprochen.

DORTMUND

von Vanessa Gerdts

, 16.09.2015, 02:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für 25 Euro machen Sandra (r.) und Hendrik Giebel (l.) ein Fotoshooting - wie hier auf der Dachterrasse des U-Turms.

Für 25 Euro machen Sandra (r.) und Hendrik Giebel (l.) ein Fotoshooting - wie hier auf der Dachterrasse des U-Turms.

Wie kamt ihr überhaupt auf die Idee des Crowdfunding - also darauf, eure Hochzeit durch Spenden zu finanzieren?

Sandra: Relativ spontan vor ungefähr einem Monat. Nämlich als wir gemerkt haben, dass es immer mehr Gäste auf unserer Liste werden. Wir haben im Internet davon erfahren, dass in Amerika viele ihre Hochzeit durch Spenden Fremder finanzieren und dafür etwas für die Spender tun. Dieses Prinzip nach dem Motto „Eine Hand wäscht die andere“ hat uns gefallen. Besser, als sich Geld bei der Bank zu leihen.

Wie viel Geld habt ihr bisher zusammen?

Hendrik: Ungefähr 150 Euro. Benötigen würden wir allerdings 2700 Euro, inklusive der Hochzeitsreise. Wir haben aber Glück! Dadurch, dass wir sehr eng mit unserer Kirchengemeinde in der nördlichen Innenstadt zusammenarbeiten und auch während eines normalen Gottesdienstes, also mitsamt der ganzen Kirchengemeinde, heiraten, spendiert uns die Kirche das Essen nach der Trauung. Dafür sind wir sehr dankbar!

Das ist ja noch nicht sehr viel. Wie viel Zeit bleibt euch denn noch?

Hendrik: Die Hochzeitsfeier findet am 2. Oktober, die kirchliche Trauung am 4. Oktober statt. Standesamtlich geheiratet haben wir ja schon 2011. Aber der Wunsch, kirchlich zu heiraten, war immer da - nur leider nicht das Geld. Wir hoffen, dass es jetzt zu unserem Zehnjährigen klappt.

Was macht ihr genau mit dem Geld?

Hendrik: Wir benötigen noch Essen und Getränke für die Hochzeitsfeier, die komplette Deko und unser Highlight wäre die Hochzeitsreise nach Borkum. Die liegt aber bisher noch in weiter Ferne. Die Ringe können wir zum Glück in Raten beim Schmied abbezahlen.

Und das Wichtigste? Das Hochzeitskleid?

Hendrik: Das wird bei Sandra eher schlicht ausfallen und auch kein klassisches Brautkleid sein. Eher ein Kleid für eine Gartenparty.  Wir mögen es eher leger und wollen, dass wir - aber auch unsere Gäste - das anziehen, worin sie sich wohlfühlen.

Und was habt ihr euch überlegt, für eure Spender?

Hendrik: Auf unserer Crowdfunding-Seite www.sandraundhendrikheiraten.wordpress.com steht eine genaue Auflistung, was wir bei welchem Betrag machen. Bei 5 Euro gibt es zum Beispiel eine selbstgezeichnete (schlechte) Karikatur, bei 22 Euro tragen wir ein Kostüm und machen einen Ort im Ruhrgebiet eurer Wahl unsicher, natürlich inklusive Filmaufnahme, und bei 500 Euro planen wir sogar einen ganzen Tag inklusive Wunscherfüllung. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Welche Aktionen müsst ihr denn bisher machen?

Hendrik: Total oft gewählt wurde das Fotoshooting für 25 Euro. Das Fotografieren macht aber Sandra, ich halte nur den Reflektor.

Sandra: Genau. Bisher haben wir ein Fotoshooting mit meiner Schwester, Jessika Petri, gemacht. Sie hatte uns etwas gespendet. Es werden wohl aber auch noch einige Karikaturen entstehen. Das ist dann Hendriks Aufgabe.

Das klingt ja alles sehr verrückt. Macht ihr das jetzt nur für die Hochzeit oder seid ihr auch privat so?

Sandra: Wer sich unsere Internetseite anschaut, wird merken, dass wir uns auch privat nicht allzu ernst nehmen. Besonders, wenn man sich den Fragebogen rund ums Thema Beziehung durchliest (lacht). Und wer zu unserer Hochzeit kommen möchte, ist herzlich eingeladen. Er sollte sich nur vorher bei uns melden, nicht dass wir plötzlich noch mehr crowdfunden müssen.

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