Zäher Mix aus Essen, Bewegung und Gebrummel

"manger" bei der Ruhrtriennale

Boris Charmatz war in der Ära Heiner Goebbels jedes Jahr mit einer Choreografie bei der Ruhrtriennale vertreten: Nach seinem Blick auf die Kindheit mit "enfant" 2012 und "Levée le conflit" 2013 gab es mit "manger" (essen) am Mittwoch eine Uraufführung in der Bochumer Jahrhunderthalle.

BOCHUM

24.09.2014, 11:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Tänzer verschlingen Esspapier.

Die Tänzer verschlingen Esspapier.

Weitere Termine
Termine: 26./27.9.; Karten: Tel. (0211)280210.

  Im Laufe der gut einstündigen Performance werden die sechs Frauen und acht Männer das Papier aufessen - in stillen Momenten hört man nur das Blätterknispern. Denn sie kauen unermüdlich, jeder verschlingt auf individuelle Weise das Esspapier. Dabei kauern sie meist auf dem Boden, verrenken, rekeln sich und verfallen in Zuckungen. Mit ihren Stimmen sorgen die Tänzer auch für einen Klangteppich. Sie stoßen Würgegeräusche und andere seltsame Laute aus, summen, brummen, singen (unter anderem von King Kong) und einmal erzählen sie auch eine Geschichte - Christophe Tarkos´ "Le bonhomme de merde" (Der Mann aus Scheiße). Zu verstehen ist das alles recht schlecht - und das liegt nicht nur an dem Sprachenmix. Es entsteht eine Kakafonie mit ruhigen, aber auch recht dynamischen Passagen.  

Am Ende picken die Tänzer einzelne Bröckchen vom Boden, doch Charmatz hat Erbarmen mit seiner Compagnie und dem Publikum, die Aufführung endet, bevor der Boden wieder krümelfrei ist. Ein zähes Spektakel, für das die Tänzer wohlwollenden Applaus ernten.  

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Termine: 26./27.9.; Karten: Tel. (0211)280210.

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