Zehn Jahre Loveparade-Unglück: Totengedenken und 21 Glockenschläge

Loveparade

Vor zehn Jahren endete die Loveparade in Duisburg in einer Katastrophe. Am Ende verloren 21 junge Menschen ihr Leben. Die Angehörigen und Verletzten leiden noch heute.

Duisburg

24.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zahlreiche Angehörige und Verletzte werden an der Unglücksstelle erwartet, an der später eine Gedenkstätte errichtet wurde.

Zahlreiche Angehörige und Verletzte werden an der Unglücksstelle erwartet, an der später eine Gedenkstätte errichtet wurde. © picture alliance/dpa

Der Toten und Verletzten des Loveparade-Unglücks vor zehn Jahren wird am heutigen Freitag in Duisburg gedacht. In einem Gedränge am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände waren damals 21 junge Menschen gestorben. Mehrere Hundert wurden verletzt. Einige leiden noch heute unter den Folgen.

Zahlreiche Angehörige und Verletzte werden an der Unglücksstelle erwartet, an der später eine Gedenkstätte errichtet wurde. Es ist der erste Jahrestag nach der endgültigen Einstellung des Strafprozesses Anfang Mai dieses Jahres. Die meisten Angehörigen der Opfer aus dem Ausland können nach Angaben der Loveparade-Stiftung wegen Corona diesmal nicht kommen.

Zur Unglückszeit erinnern 21 Glockenschläge an die jungen Opfer

So gibt es Absagen von Angehörigen aus Australien, China, Italien und Spanien. Zur Unglückszeit am späten Nachmittag treffen sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit Angehörige für eine Andacht an der Gedenkstätte. Zur Unglückszeit erinnern 21 Glockenschläge an die jungen Opfer. Eine Stunde später um 18 Uhr gibt es eine öffentliche Veranstaltung an einem Mahnmal in der Nähe der Gedenkstätte.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und Jürgen Thiesbonenkamp vom Kuratorium der Loveparade-Stiftung wollen sprechen. Geplant ist auch ein Musikbeitrag der Duisburger Sängerin Marie Wegener (19), die 2018 die Show „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen hatte. Die Veranstaltung wird live im Internet übertragen (gedenken2020.bounceme.net).

„Nacht der 1000 Lichter“ bereits am Vorabend des Gedenktages

Die Tragödie ist in Nordrhein-Westfalen unvergessen. Vor einem Monat beschloss der Landtag weitere Hilfen für Opfer und Hinterbliebene. In der Sitzung nannte die frühere NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in einer bewegenden Rede die Loveparade-Katastrophe „eine offene Wunde am Herzen der Stadt und des Landes“. Der heutige Duisburger Oberbürgermeister Link erklärte im Vorfeld des Jahrestages: „Das Leid, welches dieser Tag über viele Menschen gebracht hat, kann auch die Zeit nicht relativieren.“ Er sehe aber, dass es inzwischen vielen gelinge, nach vorne zu schauen.

Vor dem 10. Jahrestag der Massenpanik bei der Loveparade, bei der 21 Menschen sterben, fand die „Nacht der 1000 Lichter“ statt.

Vor dem 10. Jahrestag der Massenpanik bei der Loveparade, bei der 21 Menschen sterben, fand die „Nacht der 1000 Lichter“ statt. © picture alliance/dpa

Bei einer „Nacht der 1000 Lichter“ ist bereits am Donnerstagabend (23. Juli) in Duisburg der Toten und Verletzten des Loveparade-Unglücks vor zehn Jahren gedacht worden. An der Gedenkstätte am Unglücksort wurden dabei rund 1000 Grablichter entzündet. Viele waren mit Gedenkworten beschrieben. „Es tut noch weh“, stand auf einer Kerze. Die „Nacht der 1000 Lichter“ findet traditionell am Vorabend des Jahrestages statt.

Einige leiden bis heute körperlich und seelisch unter den Folgen

Am 24. Juli 2010 waren am einzigen Ein- und Ausgang der Technoparade 21 Menschen im Alter von 17 bis 38 Jahren erdrückt worden. Für ihre Angehörigen war am Abend eine nichtöffentliche Andacht geplant. Mindestens 652 Loveparade-Besucher wurden damals verletzt. Einige von ihnen leiden bis heute körperlich und seelisch unter den Folgen.

„Die schrecklichen Ereignisse bei der Loveparade vor zehn Jahren haben das ganze Land erschüttert und in Trauer versetzt“, erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) laut einer Mitteilung zum Jahrestag. „Ein Tag, an dem junge Menschen fröhlich gemeinsam feiern wollten, endete in einer furchtbaren Katastrophe, in einem Albtraum, aus dem viele Menschen nicht befreit werden konnten - manche bis heute nicht.“ Am Jahrestag sei man in Gedanken und Gebeten bei den Opfern und fühle mit den Angehörigen, die geliebte Menschen verloren hätten.

dpa

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