Zersetzt

Michael Tsokos

Eine junge Frau in der Gewalt eines perversen Mörders. Die Überreste zweier Brüder in einem osteuropäischen Zwergstaat. Und mittendrin Rechtsmediziner Dr. Fred Abel.

03.04.2016, 11:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zersetzt

Michael Tsokos zweiter True-Crime-Thriller "Zersetzt" ist noch besser als der Vorgänger "Zerschunden" und garantiert nichts für schwache Nerven. Tsokos, Professor für Rechtsmedizin, versteht es, klare Worte zu finden und nichts zu beschönigen.

Der Reiz des Thrillers besteht nicht nur in der Geschichte, sondern auch darin, dass alles innerhalb weniger Tage passiert. Zum einen soll Abel in ein kleines, eher unbedeutendes Land auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion reisen und dort die Überreste zweier Leichen obduzieren.

Zwei Brüder und Geschäftspartner

Angeblich handelt es sich um zwei Brüder und Geschäftspartner, die vor vier Jahren nach einem gemeinsamen Termin spurlos verschwunden sind. Nun sind in Kalkbehältern die Überreste von zwei Leichen gefunden worden. Die neue Staatsführung will wissen, um wen es sich handelt und setzt auf Abels Fachwissen und Reputation.

Dabei hat er in Berlin eigentlich genug zu tun. Abel ist bei einem Toten auf dem Seziertisch eine Einstichstelle in der Kniekehle aufgefallen. Und das erinnert ihn fatal an einen Todesfall vor einigen Jahrzehnten.

Eine Kollegin ist damals auf dieselbe Weise ermordet worden. Abel hat den Verdacht, dass ein anderer ehemaliger Mitstudent dahinter steckt.

Thriller geht unter die Haut

In der Zwischenzeit kämpft eine junge Frau in einem Verließ um ihr Leben, die einem Mörder mit seltsamen Gelüsten in die Fänge geraten ist.

Ein Thriller, der unter die Haut geht, den man auch nicht mehr aus den Händen legen will, bevor man sein Ende kennt. Drastisch geschilderte Verbrechen und ein Rechtsmediziner mit allzu menschlichen Schwächen.

Ein Muss für Krimi-Fans. Zum Glück arbeitet Tsokos schon am nächsten Fall für Dr. Abel.

 

 

Michael Tsokos: Zersetzt, 432 S., Knaur, 14,99 Euro, ISBN 978-3-4265-1877-9.

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