Zwei Masken übereinander tragen – Wie sinnvoll ist das?

Maskenpflicht Coronavirus

Tests der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigen, dass das Tragen einer Stoffmaske über einer medizinischen sinnvoll sei. Dennoch raten deutsche Krankenhaushygieniker davon ab mit einem wichtigen Grund.

Hannover

21.02.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine übergezogene Alltagsmaske kann die OP-Maske mehr ans Gesicht drücken und so Lücken schließen. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Eine übergezogene Alltagsmaske kann die OP-Maske mehr ans Gesicht drücken und so Lücken schließen. Aber ist das wirklich sinnvoll? © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Wer gestern die Landung des Mars-Rovers live mitverfolgt hat, der konnte sehen, dass viele der Nasa-Mitarbeiter über ihrer FFP2-Maske noch eine weitere Stoffmaske getragen haben. Auch US-Präsident Joe Biden und sein Pandemieberater Dr. Anthony Fauci wurden schon öfter mit der doppelten Maske gesichtet. Aber bringen zwei Masken übereinander auch den doppelten Schutz?

US-Gesundheitsbehörde hält die Doppelmaske für sinnvoll

Tests der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigten, dass das Tragen von zwei Masken übereinander für den Schutz vor dem Coronavirus sinnvoll sei. Demnach würde eine normale medizinische Maske circa 56 Prozent der Partikel eines „simulierten Hustens“ abblocken. Wird diese Maske entsprechend verknotet, sodass sie eng und ohne Lücken am Gesicht anliegt, biete das eine 77 prozentige Sicherheit vor dem Virus. Am meisten schütze die Kombination aus einer medizinischen und einer Stoffmaske mit etwa 85 Prozent.

Allerdings betont die CDC, dass für diese Tests jeweils nur ein Modell der medizinischen und der Stoffmaske geprüft wurde und es auf dem Markt viele unterschiedliche Typen gäbe. Somit könnten diese Ergebnisse nicht generalisiert oder eins zu eins auf das Tragen im Alltag übertragen werden. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass sich die Tests nicht auf andere Kombinationen beziehen, wie beispielsweise zwei Stoffmasken übereinander. Auch ließen sich die Ergebnisse nicht auf Kinder oder Bartträger übertragen, da dort Masken generell anders sitzen könnten.

Krankenhaushygieniker raten von der doppelten Maske ab

Die deutschen Krankenhaushygieniker raten allerdings von der Doppelmaske ab. „Das Tragen von zwei Masken übereinander erschwert das Atmen. Die zwangsläufige Zunahme der Probleme beim Luftholen würde dazu führen, dass noch weniger Menschen konsequent Masken tragen“, sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaus-Hygiene (DGKH), gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Bereits bei den FFP2-Masken sei das Atmen beeinträchtigt, eine weitere Maske würde dieses Problem nur verschlimmern. Daher würde er nicht nur von der Doppelmaske, sondern ebenfalls sogar von der FFP2-Maske für Laien abraten. Mehrlagige Alltagsmasken und OP-Masken hielte er für die beste Option.

Dass die Idee der Doppelmaske aus der USA käme, überrasche ihn nicht. „Unter US-Präsident Trump wurde dort viel zu lange eine Strategie weitgehend ohne Masken gefahren. Mit der Doppelmaskenoffensive droht das Pendel nun allerdings in die Gegenseite auszuschlagen. Für die Bereitschaft, überhaupt Masken zu tragen, wäre das kontraproduktiv“, sagt Walger.

Doch wer Probleme hat, seine Maske lückenlos aufzusetzen, dem rät Virologe Alexander Kekulé zur leichteren Version: „Wenn man eine dünne, sehr elastische Maske – etwa einen Seidenstrumpf – darüber zieht, werden diese Lücken geschlossen“. Das wäre eine gute Option für diejenigen, die die ihre medizinische Maske „partout nicht dicht bekommen“.