Auch am Dorstener Sr. Elisabeth-Krankenhaus machte die Drehorgel Station. © Guido Bludau
Coronavirus

Blasmusik Wulfen mal anders – Drehorgel statt Blasinstrumente

Die Blasmusik Wulfen hat auf ihre üblichen Instrumente verzichtet und stattdessen einen Musiker mit einer Drehorgel „on Tour“ geschickt. Der Plan war eigentlich ein anderer.

In Anlehnung an die Aktion, „Musiker für eure Herzen“, die schon seit einigen Jahren in Datteln stattfindet, wollten 25 Wulfener Musikerinnen und Musiker verschiedenen Dorstener Einrichtungen einen Adventsgruß bringen. So sollten öffentliche Einrichtungen, wie Stadtverwaltung, Feuerwehr und Polizei, aber auch Patienten und Bewohner aus Pflege- und Gesundheitseinrichtungen besucht werden.

Patienten und Bewohner sind nicht allein

„Den Patienten und Bewohnern sollte diese Aktion sagen, dass sie in der schönsten Zeit des Jahres und vor allem in diesen besonders schweren Zeiten, gezeichnet durch Corona, nicht allein sind. Denn es gibt Menschen, die denken an Euch und möchten Euch Hoffnung und Mut schenken“, erklärte die 1. Vorsitzende Anne Theemann. Und weiter sagt sie: „Für die Mitarbeiter dieser Einrichtung sollte es ein Dankeschön sein für ihre ehrenwerte Arbeit, die in diesem Jahr erheblich erschwert wurde. Doch dies ist bekanntermaßen unter den aktuellen Corona-Richtlinien nicht gestattet.“

Also musste eine andere Idee her. Peter Hasenberg, Mitglied der Blasmusik Wulfen und Initiator der „Musiker für eure Herzen“, überlegte nicht lange und bot sofort an, diese großartige Aktion stellvertretend für die Blasmusik alleine mit seiner Drehorgel durchzuziehen. Die Drehorgel wurde mit Lautsprecher verstärkt, damit die schönen Orgelklänge bestmöglich zu hören waren. Somit stand der vorgesehenen Route, jedoch in abgespeckter Version, durch Dorsten nichts mehr im Wege. Gewappnet für alle Wetterbedingungen startete Peter Hasenberg am St. Elisabeth-Krankenhaus. Dort warf er die Drehorgel an drei verschiedenen Standorten an, damit auch wirklich alle Patienten und Mitarbeiter etwas von der Musik hören konnten.

Die Drehorgel-Tour, hier am Krankenhaus, kam gut an.
Die Drehorgel-Tour, hier am Krankenhaus, kam gut an. © Guido Bludau © Guido Bludau

Weiter ging es zur Wohnstätte „Villa Keller“ der Lebenshilfe, um im Anschluss weiter nach Wulfen-Barkenberg zum AWO-Seniorenzentrum zu fahren. Dank der Lautsprecher konnten die Bewohner und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen den weihnachtlichen Klängen aus ihren geöffneten Fenstern lauschen. Den Abschluss fand Peter Hasenberg mit seiner Drehorgel an der heimischen St.-Matthäus-Kirche in Wulfen. Hier hätte unter „normalen“ Bedingungen das jährliche Turmblasen stattgefunden, das die Blasmusik Wulfen seit einigen Jahren musikalisch mitgestaltet. Doch auch das Turmblasen war in diesem Jahr unter den Bedingungen der Pandemie nicht möglich.

Größere Aktion für 2021 geplant

In großer Hoffnung, im nächsten Jahr wieder mit dem ganzen Orchester und mit Blasinstrumenten diese Aktion durchführen zu können, wird die Blasmusik Wulfen für 2021 eine größere und ausgeweitete Tour inklusive Feuerwehr, Polizei, Stadtverwaltung und mehreren Pflegeeinrichtungen planen. Zeitgleich zu dieser Aktion fand in der Herz-Jesu-Kirche in Deuten eine andere Mission statt. So haben sich einige Musiker für einen musikalischen Weihnachtsgruß zusammengetan, der besonders den Wulfener Musikern für ihre Treue in diesen schweren Zeiten gilt. Doch auch befreundeten Vereinen sowie Freunden und Familien möchte die Blasmusik Wulfen auf diese Weise trotz allem eine schöne besinnliche Weihnachtszeit wünschen.

Großes Lob für die Aktion der Musiker

„Es war sehr schön und wir konnten vielen Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Das Krankenhaus war sehr begeistert von unserer Aktion, dass sogar extra die Pflege-Direktorin Hiltrud Hachmöller und Sr. Annefried von den Ordensschwestern uns in Empfang genommen haben und sich sehr auf nächstes Jahr freuen. Auch bei den Pflegeeinrichtungen und an der Kirche ist die Drehorgelmusik sehr gut angekommen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und einen gesunden und guten Start in das Jahr 2021“, so Anne Theemann.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Als „Blaulicht-Reporter“ bin ich Tag und Nacht unterwegs, um über Einsätze von Polizei und Feuerwehr seriös in Wort und (bewegten) Bildern zu informieren. Dem Stadtteil Wulfen gehört darüber hinaus meine besondere Leidenschaft. Hier bin ich verwurzelt und in verschiedenen Vereinen aktiv. Davon profitiert natürlich auch meine journalistische Arbeit.
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Guido Bludau

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