Elke Frauns begleitet den Dorfentwicklungsprozess in Lembeck und Rhade. © Berthold Fehmer (Archiv)
Dorfentwicklung

Bürgervorschläge zur Dorfentwicklung: Planerin regt zu „gelockerter Vernunft“ an

Noch bis Jahresende können Rhader und Lembecker online ihre Ideen für die Dorfentwicklung äußern. Dabei sollten sie auch versuchen, ihr Dorf einmal ganz neu zu denken, sagt die Planerin.

Rund 150 Vorschläge haben Lembecker und Rhader bislang im Rahmen der Online-Beteiligung zur Dorfentwicklung in Lembeck und Rhade gemacht. Verkehr und Mobilität ist das Themenfeld mit den meisten Anregungen. „Das kann ich auch gut nachvollziehen“, sagt Elke Frauns. „Da hat einfach jeder einen Berührungspunkt und Erfahrung.“

Elke Frauns und ihr Planungsbüro begleiten den Dorfentwicklungsprozess. „Ich würde mir wünschen, dass bei den Vorschlägen noch ein bisschen mutiger in die Zukunft geschaut wird“, sagt sie und ermuntert dazu, „Lembeck und Rhade in Teilen auch einmal ganz neu zu denken, gerne mit gelockerter Vernunft, gepaart mit einem gewissen ambitionierten Realismus“.

Dorfentwicklung beinhalte nämlich nicht nur die Reparatur bestehender Dinge, so Frauns. Mobilität müsse ganz neu gedacht werden, auch ohne Auto und zum Beispiel eher mit dem Smartphone als zentralem Mobilitätswerkzeug der Zukunft. Weitere Cafés im Dorf, am besten mit Außengastronomie, seien schöne und oft geäußerte Ideen. „Wenn der Markt es hergeben würde, dass sich dort ein Café mit Außengastronomie tragen würde, dann wäre aber jemand da“, sagt Frauns.

Erle baut sich ein ganzes Gemeinschaftshaus selbst

Warum also das Thema nicht selbst angehen? Mutiges Denken gehe da auch in die Richtung Bürgergenossenschaft oder ähnlicher Modelle. „Da muss man im Moment ja nur nach Erle gucken“, sagt Elke Frauns. „Die bauen sich ein ganzes Dorfgemeinschaftshaus selber.“

Einige Rhader haben im Rahmen der Beteiligung auf den Rahmenplan für den Ortsteil verwiesen, den man doch endlich umsetzen könne. Den Plan aus dem Jahr 2013 hat Elke Frauns einem Zukunfts-Check unterzogen. Einiges sei natürlich immer noch aktuell, aber beispielsweise der Klimaschutz habe vor sieben Jahren eine ganz andere Rolle gespielt als heute.

Bedarf an Mietwohnungen für Ältere

Auch beim Wohnraum müsse man neu denken: Es wird häufig noch auf neue Grundstückszuweisungen für klassische Ein- oder Zweifamilienhäuser geschaut. „Wir haben aber auch einen Bedarf – und zwar deutlich höher als prognostiziert – an kleinen barrierefreien Mietwohnungen für ältere Leute.“

Bei der gemeinsamen Dorfarbeit gibt es Veränderungen im Zeitablauf. Bürgermeister Tobias Stockhoff möchte die nächsten Werkstätten in Lembeck und Rhade als öffentliche Veranstaltungen vor Ort durchführen.

Es sei wichtig, „gemeinsam mit den Menschen vor Ort in einer kreativen und zukunftsgewandten Atmosphäre zusammenzuarbeiten, um so die besten Ergebnisse für Lembeck und Rhade zu erreichen“, so Stockhoff. Die für Januar geplanten Veranstaltungen werden aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie auf einen noch nicht näher benannten Zeitpunkt verschoben.

Vorschläge bis Jahresende möglich

  • Die Online-Beteiligung zur Dorfentwicklung in Lembeck und Rhade läuft noch bis Ende des Jahres.
  • Wer sich noch mit Ideen beteiligen möchte, kann das auf der Website dorfentwicklung.dorsten.de (ohne „www“) tun. Dort sind auch die bislang gemachten Vorschläge einsehbar.

  • Der Prozess der Dorfentwicklung in Lembeck und Rhade erfolgt mit finanzieller Unterstützung durch den Bund und das Land NRW im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) und der LAG Region Hohe Mark – Leben im Naturpark e.V.“
Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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