Das Hallenbad Wulfen im Gemeinschaftshaus am Wulfener Markt © Guido Bludau
Coronavirus

Hilfeschrei aus Wulfen: Trägerverein Hallenbad ruft nach Rettungsring

Dem Trägerverein Wulfener Hallenbad steht das Wasser bis zum Hals. Er schafft es, sich noch zwei Monate über Wasser zu halten. Dann muss er das Handtuch werfen.

Dem Trägerverein Hallenbad Wulfen geht es schlecht. Die Corona-bedingten Schließungen haben dem Hallenbad und der Kasse des Trägervereins sehr zugesetzt: „Wir halten vielleicht noch zwei Monate durch, dann haben wir kein Geld mehr und müssen das Handtuch werfen“, sagt uns Vorsitzende Irmi Hummel-Engler. Die Dauerkosten, Pacht an die Stadt Dorsten und die Energiekosten laufen dem Verein davon. „Selbst in guten Zeiten erwirtschaften wir keine großen Überschüsse“, sagt sie.

Irmi Hummel-Engler hofft, dass ein neuer Geldhahn aufgedreht werden kann, um das Schwimmbad in Wulfen über die Runden zu retten. Die unerwartete Geldspritze fürs Atlantis-Freizeitbad Dorsten wirkte Wunder auf die niedergedrückte Stimmung in Wulfen. Die Aussicht darauf, dass ein neuer Geldhahn aufgedreht werden kann, lässt den Trägerverein Hoffnung schöpfen: „Wir würden gerne mit dem Kämmerer und dem Bürgermeister sprechen“, sagt Irmi Hummel-Engler. Um Termine habe sie bereits gebeten. Nun wartet sie auf eine Antwort auf ihren Hilferuf.

Schließungen haben zu Einnahmeausfällen geführt

Dass sich die Finanzsituation des Trägervereins so erheblich zugespitzt hat, ist der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schutzverordnungen und Schließungen zuzuschreiben. „Im Frühjahr die Zwangspause und jetzt seit November wieder“, so Mirko Bernhardt, Geschäftsführer des Trägervereins, „das hat uns aus der Bahn geworfen“.

Mirko Bernhardt, Geschäftsführer Trägerverein Hallenbad Wulfen, hat dieser Tage nicht viel zu lachen.
Mirko Bernhardt, Geschäftsführer Trägerverein Hallenbad Wulfen, hat dieser Tage nicht viel zu lachen. © Michael Klein (A) © Michael Klein (A)

Geld habe man deshalb in diesem Jahr deutlich weniger einnehmen können als noch in den Jahren zuvor. „Wir finanzieren uns zu einem Großteil aus Mitgliedsbeiträgen, aus Beiträgen von Reha-Sportlern und durch die Schwimmkurse für Kinder“, sagt Bernhardt. Von der Stadt gebe es einen Zuschuss aus der Sportpauschale und für das Schulschwimmen. Damit hält sich der Verein dann über Wasser, muss allerdings auch im erheblichen Maß für Instandsetzungen und Reparaturen einstehen. „Hier ist immer was zu tun“, sagt Bernhardt.

Rehasportler blieben wegen Corona lieber zuhause

Leider konnten die Reha- und Nichtschwimmerkurse, die sonst ganzjährig stattfinden, aber nur in den Sommermonaten zwischen den Zwangsschließungen veranstaltet werden. „Schwimmkurse für Kinder und Schulsport gingen noch, aber bei den Rehasportlern sind viele unserer Besucher nicht mehr gekommen“, so Bernhardt. Natürlich habe er Verständnis dafür, dass gerade die älteren Besucher lieber zuhause geblieben sind. „Sie zählen ja auch aufgrund ihres Alters zu den Risikogruppierungen.“ Bei den Rehasportlern waren es im Sommer 2020 dann nur noch 65 bis 70 von sonst 170 Aktiven, die sich im Wasser bewegten.

Dabei ist der Trägerverein Hallenbad Wulfen sehr stolz auf sein Hygienekonzept mit Einbahnstraßensystem, Desinfizierung von Kabinen nach jedem Einzelbesuch und viel Abstand im Wasser – „die Lehrer der Schulklassen haben uns ausdrücklich dafür gelobt“.

Trägerverein bittet die Mitbürger um Spenden

Zurzeit ist das Wasser im Becken deutlich kühler als zu Besucherzeiten des Hallenbades Wulfen. So werden Heizkosten eingespart. Es gibt aber auch noch einen weiteren Grund: „Wir haben es erst einmal drin gelassen, denn das Ablassen ist ein gewisses Risiko – gerade in den Wintermonaten.“ Aber selbst bei optimistischer Blickweise wird es wohl frühestens im Januar 2021 wieder zu einer Öffnung kommen können.

Das Hallenbad Wulfen richtet deshalb eine dringende Bitte um Spenden an die Bevölkerung. Die Mitglieder bekommen in diesen Tagen ein separates Schreiben. Spenden sind willkommen auf dem Konto des Trägervereins Hallenbad Wulfen bei den Vereinten Volksbanken, DE 51 424 614 3502 098 05 601.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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