Das Hallenbad in Wulfen steht kurz vor der Wiedereröffnung. Und es gibt noch mehr positive Nachrichten. © Frederik Mordhorst (A)
Schwimmen

Kinder müssen wieder ins Wasser – Hallenbäder kurz vor Öffnung

Gerade in den kleinen Hallenbädern - wie denen in Wulfen oder Lembeck - lernen viele Dorstener Kinder schwimmen. Beide Bäder arbeiten an einer Öffnung, noch gibt es aber viele offene Fragen.

Seit mehr als einem halben Jahr haben das Wulfener und das Lembecker Hallenbad geschlossen. Jetzt planen beide Vereine erste, vorsichtige Öffnungsschritte. Für viele Kinder eine wichtige Nachricht. In die Freude mischt sich bei den Vereinen jedoch auch Unsicherheit.

Für Mirko Bernhardt, Geschäftsführer des Trägervereins Hallenbad Wulfen, waren die vergangenen Monate geprägt von nur sehr wenigen Kontakten. Und jetzt sollen er und die anderen Übungsleiter plötzlich wieder mit vielen Kindern im Becken stehen. „Da muss man sich erst einmal wieder dran gewöhnen“, so Bernhardt.

Während er das erzählt, steht Bernhardt im Hallenbad. Ab dem 7. Juni soll dort wieder das Schulschwimmen stattfinden. Das Wasser ist drin und 26 Grad warm. Dennoch steht das Ergebnis der Wasserproben noch aus und eine Lüftungsanlage macht noch Schwierigkeiten. „Nach so einer langer Zeit ist es schwierig, alles wieder in Betrieb zu nehmen.“

Am 14. Juni sollen im Bad auch wieder Schwimmkurse und der Rehasport starten. Das Hygienekonzept steht, dennoch warte man noch auf weitere Hinweise zu den tatsächlichen Regeln. Davon gebe es zwar viele, diese seien aber recht allgemein und so müsse man sich selbstständig das rausziehen, was tatsächlich für das Wulfener Bad gelte. „Da sind noch einige Fragen offen“, so Mirko Bernhardt.

Kinder könnten Anlaufschwierigkeiten haben

Viele kleine Schwimmkursteilnehmer werden im Juni zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder ein Schwimmbad betreten können. Bernhardt hat seine Übungsleiter schon dafür sensibilisiert, dass vor allem kleine Kinder vielleicht erst einmal Anlaufschwierigkeiten haben könnten. „Wir nehmen da komplett den Druck raus. Die Freude darüber, wieder im Wasser sein zu können, soll im Vordergrund stehen“, erklärt er. In den Sommerferien wird es daher auch keine Kurs-Pause geben.

Behebung eines Fliesenschadens, Pumpenaustausch, Rohrabdichtungen, Büroumbauten – auch während der Schließung war man in Wulfen nicht untätig. Ein neues Projekt wurde zudem auch entwickelt: Künftig möchte der Trägerverein Rehasport an Kitas anbieten.

Stadt Dorsten nimmt Probleme des Hallenbades ernst

Stellte sich die finanzielle Situation des Trägervereins Ende 2020 noch sehr schwierig dar, sieht es jetzt etwas besser aus. Damals hatte sich der Verein mit einem Hilferuf an die Stadt Dorsten gewandt. „Hier hat es Gespräche gegeben und unsere Argumente wurden ernst genommen“, kann Bernhardt vermelden. Zudem freut er sich über viele Spenden, die den Verein erreicht haben. „Durch die Kurzarbeit sowie das Runterfahren des Badbetriebes bei laufenden Zuschüssen durch die Stadt und Mitgliederbeiträgen sieht es finanziell jetzt nicht mehr ganz so schlecht aus.“

Prof. Dr. Ulrich Sick, 1. Vorsitzender des Vereins Schwimmbad Lembeck, hofft, das Bad bald wieder öffnen zu können. © Archiv © Archiv

Dank der Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen sieht es finanziell auch beim Lembecker Schwimmbad „soweit zufriedenstellend“ aus. Das freut Prof. Dr. Ulrich Sick, 1. Vorsitzender des Vereins Schwimmbad Lembeck. Auch dort wird die Wiedereröffnung geplant – noch fehlen dazu aber einige Informationen. „Noch sind wir unsicher, wie und wann wir öffnen könnten. Außerdem müssen noch einige Reparaturen abgeschlossen werden“, so Sick.

Sollte es erst kurz vor den Sommerferien möglich sein, das Bad zu öffnen, werde man darauf verzichten. „In den Ferien sind wir eigentlich zu und für ein paar Tage das Bad hochzufahren, das können wir uns nicht leisten“, erklärt der Vorsitzende. Auf jeden Fall möchte er jedoch in der zweiten Ferienhälfte Crash-Kurse für Nichtschwimmer anbieten.

„Eigentlich geht hier in Lembeck dank uns kein Kind in die Schule, das nicht schwimmen kann. Das ist jetzt natürlich nicht gewährleistet gewesen“, erklärt Sick. Außerdem hofft er, dass bald zwei große Maßnahmen im Bad starten können: die Installationen eines neuen, hochmodernen Hubbodens sowie der Austausch der alten Glasbausteine. Dort hofft der Lembecker Verein auf Mittel aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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