Das Lembeck-Rhader Team der "Querfeldein-Tour" quer durch Deutschland. © Privat
Radtour

Landwirte auf Mission: 1000 Kilometer querfeldein mit Rädern unterwegs

Ihre „Tour de Buur“-Strecken sind höchst erfolgreich. Jetzt sind Landwirte aus dem Norden von Dorsten querfeldein durch Deutschland auf „Missionsreise“ unterwegs. Ein Filmteam begleitet sie.

Sie haben eine Mission. „Wir wollen Menschen und Landwirtschaft zusammenbringen“, sagt Regina Böckenhoff. Und das machen sie am liebsten per Fahrrad. Seit zwei Jahren bieten die Landwirtin und einige Berufskollegen aus den nördlichen Dörfern von Dorsten unter dem knackigen Namen „Tour de Buur“ (www.tour-de-buur.de) unterschiedliche Themenrouten zu ihren Höfen und Betrieben an. Derzeit tritt ein Teil der Agrar-Truppe selbst in die Pedalen – auf einer 1000-Kilometer-Reise vom Bodensee bis nach Westfalen.

Auch ein Besuch in einem Tiermastbetrieb stand auf dem Programm. © Privat © Privat

Das Motto: „querFeldein“. Der Name trifft ganz gut, was die Teilnehmer erleben. „Wir radeln unterwegs zu ganz unterschiedlichen Höfen, lernen ihre Arbeit kennen und treffen uns dort auch mit Experten, die wir vorher eingeladen haben“, so Regina Böckenhoff. Sie freut sich, dass am Freitag (16.7.) bei einem Imkereibetrieb in Mudau (Baden-Württemberg) sogar der dortige Landwirtschaftsminister Peter Hauk dabei war.

Neben Regina Böckenhoff sind es Forstwirt Martin Böckenhoff, die Landwirtin Elisabeth Große-Kock und ihre Kollegen Marcel Holtmann und Johannes Booke, die am 11. Juli von Lembeck aus per Zug die Reise an den Bodensee angetreten haben. Die Räder kutschierte der Rhader Hubert Krampe in einem Pferdeanhänger an den Startpunkt, mit seiner Ehefrau übernimmt er mit einem Camper auch den Gepäcktransport.

Besuch bei einem Obstbauern.
Besuch bei einem Obstbauern. © Privat © Privat

Begleitet werden die Lembecker auch von einem Filmteam. Filmemacher Thomas Fabry, spezialisiert auf landwirtschaftliche Themen, ist auf jeder Etappe, bei jedem Stopp mit Kamera, mit Drohne und „Go-Pros“ dabei. Kurze Videos und Fotos werden jeden Tag auf dem Instagram-Kanal querFeldein_Tour präsentiert, und am Ende schneidet die Crew ihre Aufnahmen zu einem 40-minütigen Image-Film zusammen. „Es wird einen Premierenabend geben, anschließend soll er auch auf Fach-Veranstaltungen und Messen wie der Grünen Woche in Berlin gezeigt werden“, so Regina Böckenhoff.

Landwirtschaftliche Vielfalt

Die Tour-Teilnehmer haben sich zum Ziel gesetzt, mit ihrer so nie dagewesenen Reise durch Feld und Flur „die landschaftliche und die landwirtschaftliche Vielfalt der einzelnen Regionen zu präsentieren“. Obstbaubetriebe, Ziegenzüchter, engagierte Hof-Chefinnen, grüne Energie vom Bauernhof, Boden- und Wasserbewirtschaftung, Wildblumen und Imkerei, Weinbau, nachhaltiger Pflanzenschutz, Tiermastbetriebe und sogar ein Besuch in einem landwirtschaftlichen Kloster standen auf Reiseprogramm.

Forstwirt Martin Böckenhoff leitet nicht nur den Graf Merveldtschen Forst in Lembeck, sondern auch den in Gammelsbach, den die Radfahrer besuchten. © Privat © Privat

„Bis jetzt sind wir immer gut im Zeitplan gewesen“, erzählt Regina Böckenhoff. Ein, zwei Betriebs-Besichtigungen pro Tag sind Pflicht, zwischen 60 und 100 Kilometer ist das tägliche Pensum der „Querfeldein“-Fahrer, die ihre Tour mit der „Komoot-App“ vorgeplant hatten. Das Agrar-Tourteam ist mit E-Bikes unterwegs, übernachtet wird auf Höfen – in Zelten. In der regnerischen ersten Woche gab es aber auch ab und an in einer Scheune ein trockenes Schlafgemach.

Einen schmerzhaften Sturz wegen einer Eisenbahnschiene in einem Gewerbegebiet in Karlsruhe („mit einigen blauen Flecken und einer dicken Acht im Rad“) musste Regina Böckenhoff zwar ertragen. „Aber ansonsten lief alles glatt.“

Besonders erwähnt sie ein „Stück Heimatgefühl“, das die Teilnehmer erlebten.

Am Samstag (17.7.) stand nämlich in Gammelsbach ein Besuch im Forstbetrieb von Graf Merveldt aus dem heimischen Lembeck auf dem Programm. Der Lembecker Mitradler Martin Böckenhoff informierte als auch für diesen Merveldtschen Wald zuständiger Revierleiter aus erster Hand.

Das
Das “querFELDein”-Team unterwegs. © Privat © Privat

Am Samstag (24. Juli) ist Heimkehr angesagt. Aber vorher stehen noch zwei Etappen in unserer Region an. Am Donnerstag (22.7.) geht es per Rad vom Tetraeder in Bottrop zu einem Schweinemastbetrieb nach Waltrop, am Freitag (23.7.) zu einem Milchvieh- und einem Legehennenbetrieb in Haltern. Gäste dürfen mitradeln, wie bei allen Etappen vorher auch. Anmeldung auf der Homepage www.querfeldein-tour.de.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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