Am 10. Mai 1979 fand der erste Spatenstich für den Laden- und Wohnkomplex am Wulfener Markt statt. Seit 2000 geht es steil bergab mit der Immobilie, die jetzt abrissreif ist. © Guido Bludau (A)
Schrottimmobilie

Wulfener Markt: SPD regt Architekten- und Investorenwettbewerb an

Der Wulfener Markt wird nicht zwangsversteigert. Er wird verkauft. Ein Architekt zurrt gerade die Rahmenplanung fest. Die SPD hätte aber lieber einen Architekten- und Investorenwettbewerb.

Die Katze ist aus dem Sack: Die Stadt möchte den Wulfener Markt abreißen lassen und etwas Neues schaffen. Ein Wohnprojekt etwa für Jung und Alt. Der Wulfener Architekt Hannes Schmidt-Domogalla ist dabei, für eine Video-Sondersitzung des Umwelt- und Planungsausschusses im Februar die Rahmenplanung für den Wulfener Markt festzuzurren.

Er spielt planerisch alle Varianten durch: Abriss und Neubau oder Teilabriss und Teilneubau. Jetzt regt Ausschussvorsitzender Friedhelm Fragemann für die SPD in einem Schreiben an Stadtbaurat Holger Lohse an, einen Architekten- und Investorenwettbewerb zum Wulfener Markt auszuschreiben, um eine zeitnahe Realisierung zu ermöglichen.

SPD hat im Sommer Antrag für den Rat formuliert

Die SPD Wulfen sorgt sich um die heruntergekommenen Liegenschaften Wulfener Markt und Habiflex-Gebäude an der Jägerstraße. Im Sommer 2020 sinnierte die SPD öffentlich darüber nach, „für die von der Stadt erworbenen und bereinigten Flächen Projekte über Bürgerbeteiligung anzustoßen bzw. zu realisieren“.

Friedhelm Fragemann und Jan Kolloczek im Sommer 2020 vor einer weiteren Schrottimmobilie in Barkenberg, dem Habiflex-Gebäude. © privat © privat

„Die Stadt oder die Dorstener Wohnungsgesellschaft könnten auch über die Auslobung eines Architektenwettbewerbs mit der klaren Zielvorgabe, die bisher aus Kostengründen oft dominante flache Kistenbauweise in Form öder Bauriegel zu vermeiden, kreative Wege gehen“, fügte Friedhelm Fragemann dem Antrag hinzu, der Thema einer Sommer-Ratssitzung war.

CDU wertete Vorstoß als „Wahlkampfgetöse“ und „schädlich“

Die CDU wertete den Vorstoß seinerzeit als „Wahlkampfgetöse“ und als „schädlich“ für die Verkaufsverhandlungen der Stadt, wies aber auch darauf hin, dass „für beide Problem-Immobilien so bald wie möglich Lösungen gefunden werden müssten“.

Nun ist die Verwaltung einen guten Schritt weitergekommen. Die schwierigen Eigentumsverhältnisse sind zumindest für den Wulfener Markt geklärt, auch das Ziel steht fest, dass dort Wohnungsbau entstehen soll, der sich in das Gesamtbild fügt. Das Land hat den Zwischenerwerb des „Wulfener Marktes“ durch die Stadt oder eine städtische Gesellschaft ermöglicht, indem es Fördergelder bereitgestellt hat.

Schwerpunkte Bildung und Wohnen

Friedhelm Fragemann betont in seinem Appell an den Stadtbaurat, dass er schon im Sommer auf die Möglichkeit eines freihändigen Erwerbs durch die Stadt hingewiesen habe, ebenso darauf, einen Architektenwettbewerb für den Wulfener Markt auszuloben.

Ihm schwebt ein Haus vor, „das Schwerpunkte wie Bildung, innovatives Wohnen (z.B. Mehrgenerationen-Wohnen) und Freizeit in den Fokus rückt“. Und: „Wir sollten die Gelegenheit nutzen, ein Pilotprojekt im Sinne einer klimaneutralen Gestaltung dieses Stadtquartiers ins Auge zu fassen.“

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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