Nach einem tödlichen Unfall im Jahr 2018 ist der Bahnübergang zwischen Hervester Straße und Verspohlweg am Autohaus Borgmann in Wulfen inzwischen für motorisierten Verkehr gesperrt. © Guido Bludau
Bahnübergang

Wulfener sehen neue Gefahren am umgebauten Bahnübergang

Nach einem tödlichen Unfall können inzwischen nur noch Fußgänger den Bahnübergang zwischen Hervester Straße und Verspohlweg nutzen. Einige sehen neue Gefahren nach der Umgestaltung.

Der Bahnübergang zwischen Hervester Straße und Verspohlweg im Bereich des Autohauses Borgmann wurde nach einem tödlichen Unfall im November 2018 für den Autoverkehr geschlossen. Nach gut zwei Jahren ist er nun umgebaut und kann nur noch von Fußgängern überquert werden.

Zur Sicherheit wurden Sperrgitter eingebaut, die nur von Personen durchschritten werden können. Allerdings muss man sich vorher gründlich überzeugen, ob ein Zug kommt, denn vorher zu hören ist er so gut wie nicht.

Kein Signal für Seh- oder Hörbehinderte

Einige Bürger halten den neu gestalteten Bahnübergang für gefährlich „Für Seh- und Hörbehinderte gibt es kein optisches oder akustisches Signal. Vorher gab es zumindest eine funktionierende Ampel, die gut auf die Gefahr hingewiesen hat. Außerdem können Kinder einfach um die Absperrung herum laufen“, ärgert sich der Wulfener Heinrich Micheel.

Eine Spaziergängerin findet auch, dass der Bahnübergang sehr gefährlich ist, besonders für jüngere oder ältere Menschen. „Man hört den Zug so gut wie nicht herankommen. Erst im letzten Moment, wenn er schon fast hier ist, sieht man ihn. Außerdem wurde die Lichtzeichenanlage erst vor Kurzem abgebaut, dabei hat sie noch einwandfrei funktioniert“, wundert sich die Spaziergängerin.

Die alten Ampeln wurden abgebaut, neue gibt es nicht.
Die alten Ampeln wurden abgebaut, neue gibt es nicht. © Guido Bludau © Guido Bludau

Die abgebauten Ampelanlagen liegen noch leicht verpackt neben den Bahngleisen. Der Zug der Nordwestbahn, der tagsüber zweimal in der Stunde diesen Bahnübergang passiert, gibt kein Warnsignal von sich. Er fährt mit ungeminderter Geschwindigkeit hier vorbei.

Gemacht wird an dem Bahnübergang aber vorerst nichts mehr, wie ein Bahnsprecher erklärte. „Die Arbeiten sind abgeschlossen und es sind auch keine weiteren vorgesehen.“

Der Bahnübergang sei „gemäß aktuellem Stand der anerkannten Regeln und Technik geplant und umgesetzt“ worden. „Entsprechend wurden eine Umlaufsperre sowie die Regelbreiten des Gehwegs realisiert.“

Es seien auch die erforderlichen Sichtflächen freigehalten worden, die man zuvor rechnerisch ermittelt habe, „sodass sich die Nutzer des Bahnübergangs vor Querung der Bahnanlagen vergewissern können, dass sich kein Schienenfahrzeug nähert.“

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Als „Blaulicht-Reporter“ bin ich Tag und Nacht unterwegs, um über Einsätze von Polizei und Feuerwehr seriös in Wort und (bewegten) Bildern zu informieren. Dem Stadtteil Wulfen gehört darüber hinaus meine besondere Leidenschaft. Hier bin ich verwurzelt und in verschiedenen Vereinen aktiv. Davon profitiert natürlich auch meine journalistische Arbeit.
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Guido Bludau
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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